Kritik an Senkung der Entbündelungsmiete
Sowohl die Telekom Austria als auch die alternativen Telekom-Anbieter in Österreich üben Kritik an der Entscheidung der Telekom-Regulierungsbehörde über die Mietpreise für Breitband-Internet-Infrastruktur.
"Jegliche Hoffnung auf baldigen Wettbewerb am Anschlussmarkt" würde mit dem jetzigen Entscheidungsentwurf zerstört, erklärte Achim Kaspar, Präsident des Verbandes Alternativer Telekom-Netzbetreiber [VAT].
Die Telekom Austria [TA] hingegen sieht schon derzeit die eigenen Kosten bei der Entbündelungsmiete nicht gedeckt. Man wehre sich dagegen, die Mitbewerber künftig noch stärker zu subventionieren, so der Telekom-Marktführer in einer Aussendung.
Die Telekom-Regulierungsbehörde hat am Mittwoch entschieden, dass die TA ihre Leitungen zum Endkunden in Zukunft marginal billiger anbieten muss.
Leichte Preissenkung auf der "letzten Meile"Kein neuer Elan
Statt 10,90 Euro monatlich zahlen die Mitbewerber des Ex-Monopolisten künftig 10,70 Euro monatliche Entbündelungsmiete für die "letzte Meile". Diesen Preis legte der Regulator fest.
Die alternativen Telekom- und Internet-Betreiber forderten im Vorfeld die Senkung der Gebühren auf 6,74 Euro. Die TA wollte eine Steigerung der Gebühren auf 13,47 Euro durchsetzen.
Diese marginale Reduktion reiche bei weitem nicht aus, um der seit 1999 dahindümpelnden Entbündelung - bis Anfang 2005 wurden nicht mehr als 2,5 Prozent der TA-Leitungen entbündelt - neuen Elan zu geben, so der VAT.
Der größte alternative Anbieter, Tele2/UTA, kündigte den Gang zum Verwaltungsgerichtshof [VwGH] an.
Stellungnahme von Tele2/UTAAls Folge dieser Entscheidung sieht der VAT auch ein weiteres Zurückfallen Österreichs im Breitbandbereich, denn die Entbündelung ist auch Voraussetzung dafür, dem Endkunden differenzierte Breitbandprodukte anbieten zu können.
Stellungnahme des VATTA: Infrastrukturausbau bedroht
Die TA merkt unterdessen an, dass immer mehr neue Anschlusstechnologien wie Wimax, Powerline und UMTS auf den Markt drängen.
Es sei einerseits immer schwieriger die notwendigen Mittel für Investitionen in neue Technologien aufzubringen und auf der anderen Seite würden jene Betreiber unterstützt, die auf Grund ihrer Billigpreisposition Investitionen von Haus aus auf das Mindestmaß beschränken.
"Woher die Mittel für Investitionen in die nächste Generation des Festnetzes kommen sollen - diese Frage stellt sich wohl niemand", so TA-Geschäftsführer Rudolf Fischer.
Die Stellungnahme der TA
