Texas klagt Sony BMG wegen Kopierschutzes
Der US-Bundesstaat Texas hat Sony BMG wegen dessen Musik-CDs mit der umstrittenen Kopierschutzsoftware XCP verklagt.
Die Staatsanwaltschaft machte in ihrer Klage geltend, dass mehrere CDs von Sony zwingend ein spezielles Programm von Sony BMG benötigen, um auf Computern abgespielt zu werden. Die Software bleibe anschließend "versteckt und aktiv" und setze den Benutzer Sicherheitsrisiken aus.
Noch immer erhältlich
Zudem hätten Vertreter der Staatsanwaltschaft trotz eines angekündigten Rückrufprogramms noch am Sonntag CDs mit der Software kaufen können.
Als Strafe werde 100.000 US-Dollar pro Verstoß gegen das texanische Verbraucherschutzgesetz beantragt - von denen es laut der Staatsanwaltschaft tausende gibt.
Die Software installiert sich von selbst, sobald eine mit XCP ausgestattete Musik-CD auf einem PC abgespielt wird. Angreifer können die "Rootkit"-Funktionen des Tools zum Einschleusen von Computer-Viren benutzen.
Sony-Europa-Chef gesteht Blamage ein2,1 Millionen Kunden betroffen
Sony BMG hatte in der vergangenen Woche angekündigt, alle CDs mit XCP aus dem Handel zu nehmen und ein Umtauschprogramm eingeleitet.
Das XCP-Verfahren sollte das Kopieren von Musik-CDs erschweren. Es wurde auf Alben von insgesamt 52 Künstlern eingesetzt - obwohl der Konzern anfangs nur von 20 Alben sprach.
Etwa 4,7 Millionen CDs sind damit hergestellt worden, 2,1 Millionen davon wurden verkauft.
Auch die Electronic Frontier Foundation [EFF] hat bereits Klage gegen Sony in Kalifornien eingereicht.
Details bei der EFF
