Sony BMG tauscht Kopierschutz-CDs aus
Nachdem Sony BMG die Produktion von CDs mit dem ins Kreuzfeuer geratenen Kopierschutz XCP vorläufig ausgesetzt hat, zieht der Musikkonzern nun auch bereits produzierte CDs aus dem Handel zurück.
Wie vor kurzem bekannt wurde, installiert sich beim Abspielen der CD unbemerkt eine Software auf dem eigenen PC, die das Verhalten des Nutzers überwacht und entsprechende Daten auch an Sony übermitteln kann.
Wie Sony BMG am Montag bekant gab, sollen Kunden bereits gekaufte CDs austauschen können. Rund 20 Titel wurden mit dem Kopierschutz ausgerüstet, insgesamt rund vier Millionen Stück produziert und davon 2,1 Millionen verkauft.
Sony stoppte die Produktion des XCP-Kopierschutz-Systems erst, nachdem erste Trojaner aufgetaucht waren, die zur Tarnung die "Rootkit"-Funktionen des Kopierschutzs ausnutzten.
Sony BMG stoppt XCP-KopierschutzUS-Heimatschutz warnt
Unterdessen ermahnte das US-Heimatschutzministerium die Branche, das Vertrauen der Verbraucher nicht zu verspielen.
Ein Abteilungsleiter des US-Heimatschutzministeriums, Stewart Baker, forderte die Unterhaltungsindustrie auf, beim Kampf gegen Raubkopien nicht die Sicherheit der Computer aufs Spiel zu setzen.
Ohne Sony namentlich zu nennen, sagte Baker: "Bitte denken Sie daran, es ist Ihr geistiges Eigentum, aber nicht Ihr Computer."
