HP fordert mehr Arbeitszeit in Frankreich
Der US-Computerkonzern Hewlett-Packard [HP] hat den französischen Sozialpartnern vorgeschlagen, den geplanten Stellenabbau nach unten zu revidieren, wenn sich die Angestellten im Gegenzug dafür dazu verpflichten, auf die 35-Stunden-Woche zu verzichten.
Wie die Pariser Wirtschaftstageszeitung "Les Echos" berichtet, sollen durch die Verlängerung der jährlichen Arbeitszeit um zwölf Tage insgesamt 250 Posten gerettet werden. Im September hatte HP den Abbau von 1.240 Posten in Frankreich angekündigt.
Laut Zeitungsbericht hat die französische HP-Leitung auch den ehemaligen Europachef des Konzerns, Bernard Meric, damit beauftragt, neue Aktivitätsbereiche in Frankreich zu finden und zu entwickeln, um auf diese Weise Posten zu retten.
Ende September hatte HP aufgrund heftiger Proteste seitens der Gewerkschaften und der französischen Regierung versprochen, den Sozialplan in Frankreich, der ursprünglich ein Viertel des Personals betraf, nach unten zu revidieren. Die Gewerkschaften fordern, dass nicht mehr als 15 Prozent der Belegschaft von dem Abbau betroffen sind.
Hewlett-Packard will noch Jobs rettenVerhandlungen laufen
Nach Angaben der Wirtschaftstageszeitung "La Tribune" haben die Gewerkschaften bis zum 9. November Zeit, um auf den Vorschlag zu antworten. Die 35-Stunden-Woche war von der Linksregierung des sozialistischen Premiers Lionel Jospin [1997-2002] gesetzlich eingeführt worden.
"Es gibt Fortschritte, aber sie sind unzureichend, um die Zustimmung der Sozialpartner zu erhalten", kommentierte der CFTC-Gewerkschafter Jean-Paul Vouiller den Vorschlag der Betriebsleitung.
Hewlett-Packard streicht europaweit bis 2008 insgesamt 6.000 Stellen. In Deutschland sollen 1.500 Arbeitsplätze sozialverträglich wegfallen. In Österreich beschäftigt der Computerkonzern ungefähr 800 Personen, sie sind von dem Stellenabbau kaum betroffen. Weltweit baut der Konzern 14.500 Jobs ab, was zehn Prozent der Gesamtbelegschaft entspricht.
