03.11.2005

TECHNOLOGIE

Kopierschutz zwischen Angst und Hoffnung

Schon seit Jahren arbeiten die Filmstudios an diversen Kopierschutzmechanismen, die das Kopieren von Filmen durch Dritte unterbinden sollen - bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Beim kommenden hochauflösenden Format HD DVD soll das nun anders werden.

Warner hat beim internationalen DVD-Forum in Paris ein System vorgestellt, bei dem für Menschen unhörbare Töne als Wasserzeichen in die Tonspur der Filme integriert werden, berichtet der "New Scientist".

Mit Hilfe eines Sensors sollen HD-DVD-Player nach diesen Spuren suchen. Finden sie ein solches Audio-Wasserzeichen, das in alle großen Kinofilme integriert werden soll, gehen sie von einer widerrechtlichen Kopie aus und verweigern das Abspielen.

Bestimmte Voraussetzungen

Das Wasserzeichen entsteht durch eine geringfügige, aber regelmäßige Abänderung von Sprache und Musik, unmerkbar für das menschliche Ohr.

Damit sollen nicht nur Filme, die im Kino abgefilmt worden sind, erkannt werden können, sondern auch etwa von einem TV-Gerät abgefilmte Filme einer Original-Disc und generell nicht im Werk kopierte Filme.

Um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen, muss das Wasserzeichen kontinuierlich eine gewisse Zeit hörbar sein, bevor das Abspielgerät seinen Dienst verweigert, so Warner.

Damit sollen etwa Privatvideos, bei denen zufällig im Hintergrund ein solch kopiergeschützter Film zu hören ist, davor verschont bleiben, anschließend nicht abgespielt werden zu können.

Sony "arbeitet" für Virenschreiber

Sorgen ganz anderer Art hat Sony BMG mit seinem Kopierschutz für Audio-CDs. Dieser soll eigentlich darüber wachen, dass der Nutzer nichts Illegales tut, bietet durch die von ihm genutzte Technik aber auch Virenschreibern eine Möglichkeit, Schaden auf jenen Systemen anzurichten, die eine derart kopiergeschützte CD einmal abgespielt haben.

"Proaktiver Schritt"

Entwickler First 4 Internet hat nun einen Patch vorerst an die Hersteller von Anti-Viren-Software herausgegeben, der verhindern soll, dass sich der Kopierschutz wie bisher versteckt. Ein ähnlicher Patch wird auch für Privatkunden über die Website von Sony BMG zur Verfügung gestellt.

Mit diesem Schritt wollen man unnötige Bedenken zerstreuen, so die Firmen. Es sei ein "proaktiver Schritt", meint Mathew Gilliat-Smith, Chef von First 4 Internet.

Anfang der Woche hatte der Computerspezialist Mark Russinovich in seinem Blog detailliert beschrieben, wie sich der Kopierschutz auf seinem Rechner eingenistet hatte.

Jeder Versuch, die Software und damit auch das mitinstallierte Rootkit manuell zu entfernen, führte laut Russinovich dazu, dass sein CD-Laufwerk unbrauchbar wurde.