Micky Maus erobert Mobilfunknetze
Immer mehr Firmen wagen als virtuelle Anbieter den Schritt ins Mobilfunkgeschäft. Nun will auch der US-Unterhaltungsriese Disney europäische Handynetze erobern.
Disney plane 2006 in Frankreich sowie anderen europäischen Ländern wie Großbritannien eine Zulassung als virtueller Mobilfunkanbieter, berichtete die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos" am Montag.
Ziel sei das Angebot von Wertkarten-Verträgen für Jugendliche. Bisher steht jedoch in Frankreich noch ein Vertrag mit einem Netzanbieter, über den die Gespräche abgewickelt werden, aus.
Das Unternehmen setzt auch bei seinen Disneyland-Parks auf neue Technologien. Mit Internet, SMS und digitalen Projektionen soll neben den Vergnügungssüchtigen auch die technikbegeisterte Jugend angesprochen werden.
Disneyland wird digitalisiertPortal für Klingeltöne
Das Unternehmen habe aber begonnen, das Personal für den neuen Geschäftszweig zu rekrutieren, hieß es in "Les Echos".
In Frankreich wie auch in Deutschland betreibt Disney das Internet-Portal Disneymobile. Dort bietet der US-Medienkonzern bereits jetzt Klingeltöne, Logos, Bildschirmhintergründe und Spiele mit seinen Figuren zum Herunterladen an.
Diese Handy-Accessoires ließen sich gut mit einem Prepaid-Angebot verknüpfen.
In den USA hat Disney bereits einen entsprechenden Vertrag mit dem Telefonanbieter Sprint geschlossen. Der neu gegründete Anbieter Disney Mobile soll 2006 an den Start gehen.
Auch eine weitere Disney-Tochter, der US-Sportkanal ESPN, soll 2006 ins Mobilfunkgeschäft einsteigen.
Disney steigt in Mobilfunk-Markt einFokus auf Familien
In den USA bietet Disney die Verträge nicht ausdrücklich Kindern, sondern Familien an.
Laut "Les Echos" könnte sich das Unternehmen auch in Europa dazu entschließen, weil in mehreren Ländern von offizieller Seite vom Gebrauch von Handys durch Jugendliche abgeraten wird.
Pikanterweise hatte Disney im Jahr 2000 die Verwendung seiner Cartoon-Figuren auf Handys untersagt. Als Begründung nannte der Konzern damals ungeklärte Gesundheitsrisiken und die höhere Gefährdung von Kindern.
