15.07.2005

FREIZEITPARK

Disneyland wird digitalisiert

Fieberhaft suchen die Betreiber nach neuen Ideen, um die Jugend weiter anzuziehen. Das Zauberwort heißt dabei "interaktiv".

Dabei setzt Disney auf Internet, Mobiltelefone und digitale Projektoren, um seinen Park attraktiver zu gestalten. Gleichzeitig soll aber die Anziehungskraft für frühere Generationen erhalten bleiben.

Das größte Problem für Disney besteht darin, die Aufmerksamkeit einer Generation zu erregen, die mit Videospielen aufgewachsen ist - und die es gewohnt ist, ihre Unterhaltung selbst zu kontrollieren.

"Fast alles, was Disney heute tut, ist passiv, doch die Kinder von heute erwarten interaktive Unterhaltung", meint Markenexperte und Autor Martin Lindstrom, der Disney und andere Unternehmen wie Mattel berät.

Konkurrenz durch Videospiele

Heute steht Disneyland nicht nur im Wettbewerb zu anderen Parks: "Die Konkurrenz heißt auch: Videospiele, 120 Fernsehprogramme und Einkaufszentren", meint der frühere Disney-Angestellte Bill Coan.

Spiele wie "Buzz Lightyear Astro Blasters" etwa, beim dem sich die Fahrer in ihren Wagen im Kreis drehen und mit Laserkanonen schießen, versuchen ihrerseits das Computerspiel nach Disneyland zu bringen. Das Besondere: Andere Jugendliche können von ihrem Rechner zu Hause in Echtzeit mitspielen.

"Ich sehe diese neue Klientel als das Publikum an, das wir immer haben wollten", meint Bruce Vaughn, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung in Disneys Fantasie-Abteilung.

Programmiertes Risiko

Experten warnen aber auch vor dem Risiko, zu schnell auf technikverwöhnte Kinder umzusteigen, deren Eltern sich mit Nostalgie an eher traditionelle Parkattraktionen erinnern.

Disney hat immer die "Familienunterhaltung" betont, im Gegensatz zu anderen Parks, in denen Eltern ihre Kinder für Achterbahnfahrten absetzen.

"Es ist immer eine Herausforderung, Technologie und Kunstgriffe mit einer guten Geschichte zu verbinden", sagte Bill Coan.