26.10.2005

VOLLTEXT

Microsoft tritt digitaler Bücher-Allianz bei

Die Digitalisierung von Büchern scheint den großen IT-Firmen wie Google, Yahoo und Microsoft ein wichtiges Anliegen zu sein. Während Google jedoch mit seinem Projekt Google Print, das die Digitalisierung von Millionen Büchern vorsieht, nichts als Ärger hat, schlägt sich Microsoft nun auf die Seite des Konkurrenten Yahoo.

Yahoo ist vor kurzem der Open Content Alliance [OCA] beigetreten, zu deren Mitglieder auch Adobe Systems und Hewlett-Packard, das Internet Archive, O'Reilly Media sowie die Universitäten von Kalifornien und Toronto zählen.

Im Gegensatz zu Google hat sich die Allianz ausschließlich die Digitalisierung von Werken vorgenommen, deren Rechte bereits ausgelaufen sind. Ist das nicht der Fall, werden die Rechteinhaber vorher um Erlaubnis gefragt.

Volltextsuche ab 2006

Microsoft will in dem Projekt die Finanzierung zur Digitalisierung von 150.000 Büchern bereitstellen. Bereits ab 2006 will der Softwarehersteller die Volltextsuche in den Werken ermöglichen.

Für Microsoft sei das nur ein Test, sagte Brewster Kahle, Gründer des Internet Archive und Organisator der OCA.

Kahle verglich die Zusammenarbeit von Bibliotheken, Verlagen und Technologiefirmen mit Schlüsselmomenten der Menschheitsgeschichte wie Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks und der Reise zum Mond:

"Wenn wir es schaffen, das Wissen der Menschheit allgemein zugänglich zu machen, wird das einmal als eines der größten Dinge in Erinnerung bleiben, die Menschen je geleistet haben."

Unter anderem stellen die Universitäten von Columbia, Emory, Virginia und Pittsburgh sowie die Johns Hopkins Universität und die Rice-Universität ihre Bibliotheken zur Verfügung.