Yahoo tritt Digitalisierungsallianz bei
Der Suchmaschinenbetreiber Yahoo will mit einem neuen Projekt Google Konkurrenz machen: Das Unternehmen plant den Aufbau einer Online-Bibliothek mit urheberrechtlich geschützten Werken - ein Vorhaben mit dem Google sich bisher einigen Ärger eingehandelt hat.
Unter dem Namen "Open Content Alliance" [OCA] sollen digitale Versionen von Büchern, akademischen Veröffentlichungen, Videos- und Audiomaterial veröffentlicht und durchsuchbar gemacht werden. Ein Großteil des Materials werde dabei laut Yahoo von den Verlegern und Autoren freiwillig zur Verfügung gestellt.
Die Allianz umfasst IT-Größen wie Adobe Systems und Hewlett-Packard, das Internet Archive, O'Reilly Media sowie die Universitäten von Kalifornien und Toronto.
Auch die EU plant Maßnahmen zu einer digitalen Archivierung von Büchern, Fotos, Musik - dem europäischen Kulturerbe - formuliert, EU-Bürger können Ideen zur Umsetzung beisteuern.
EU-Kulturerbe auf dem Weg zur DigitalisierungGoogle Print ist umstritten
Yahoo entwickelt die Suchmaschine für das Projekt, die Inhalte sollen aber so verfügbar gemacht werden, dass sie auch von anderen Suchmaschinen indexiert werden können.
Mitbewerber Google hat bereits vor einem Jahr mit der Bücher-Digitalisierung von rund zehn Millionen Werken verschiedener US-Bibliotheken begonnen. Das Unternehmen hatte sein Projekt im August für drei Monate ausgesetzt um Copyright-Haltern die Möglichkeit zu geben, ihre Werke zurückzuziehen.
Dieses Vorgehen sorgte aber erst Recht für Kritik und führte schließlich zu einer Klage der US-Autorenvereinigung Authors Guild.
Bei Yahoo betont man nun, dass der eingeschlagene Weg, in völligem Einklang mit den Copyright-Haltern vorzugehen, das Besondere an dem Projekt sei. Nicht nur von Verlegerseite gab es bisher wohlwollende Kommentare für die "Open Content Alliance", auch Google lobte den Schritt.
OCA-Website [noch nicht freigeschaltet]
