Unbefristeter Streik im Infineon-Werk
Die Belegschaft des Münchner Infineon-Werks ist am Montag in einen unbefristeten Streik getreten. Das Werk des Chip-Herstellers mit insgesamt rund 800 Mitarbeitern liege "komplett still", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft IG Metall.
Seinen Angaben zufolge hinderten Streikposten mehrere Busse mit auswärtigen Aushilfskräften daran, auf das Betriebsgelände in München-Perlach zu fahren.
Das Werk soll Anfang 2007 geschlossen werden; mit dem Streik will die Gewerkschaft ihrer Forderung nach einer Auffanggesellschaft Nachdruck durchsetzen, in der e Mitarbeiter umgeschult werden sollen.
Pläne, das Werk in München-Perlach an den Konkurrenten X-Fab zu verschenken und eine Mitgift draufzulegen, schlugen im August fehl.
X-Fab wollte Infineons Münchener Werk auch unter diesen Umständen nicht.Die Forderungen
Nach dem Scheitern entsprechender Sozialtarifverhandlungen hatten am vergangenen Freitag in einer Urabstimmung 92,6 Prozent der IG-Metall-Mitglieder unter den Beschäftigten für einen unbefristeten Ausstand votiert.
Neben der Qualifizierungsgesellschaft will die Gewerkschaft mit der Arbeitsniederlegung Abfindungen durchsetzen, die der Belegschaftsstruktur "angemessen" seien. Außerdem fordert die IG Metall Ausgleichszahlungen für ältere Beschäftigte.
Nach der angekündigten Schließung des Werks soll nach Angaben des Unternehmens nur eine "sehr geringe Zahl" von Mitarbeitern an anderen Standorten weiter beschäftigt werden.
