21.10.2005

STATT GPS

Galileo-Projekt soll wieder vorankommen

Das sagte der deutsche Verkehrsminister Manfred Stolpe.

"Es gibt eine Reihe anderer Staaten, die untereinander über ihre Beteiligung noch diskutieren. Das führt zu Verzögerungen", sagte der Minister mit Blick auf Italien, Spanien und Frankreich. Deutschland hatte als größter Zahler auf dem Sitz des Kontrollzentrums, einer angemessenen Beteiligung im Betreiber-Konsortium und bei Anschluss-Aufträgen bestanden.

"Ich bin sicher, dass dieses wichtige Technologieprojekt erfolgreich zu Stande kommen wird." Er verwies auf die Arbeitsplätze, die bei Galileo und um das System herum entstehen würden. "Das werden langfristig 10.000 bis 20.000 in Deutschland sein."

Konkurrenz zu GPS

Neu aufgenommen wird Stolpe zufolge die deutsche TeleOP. Dahinter steht die Telekom-Tochter T-Systems, das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum, ein Teil der EADS sowie die Lfa-Förderbank Bayern. Zudem wird Stolpe zufolge das Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen bei München entstehen.

Das Satelliten-Navigationssystem Galileo soll ab 2008 als Konkurrenz zum US-System GPS einsatzbereit sein und insgesamt etwa 3,5 Mrd. Euro kosten. Galileo soll genauer als GPS sein und ab 2008 mit rund 30 Satelliten in Betrieb gehen.

Für die Forschungs- und Entwicklungsphase hatten die Länder bereits 1,1 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt, was aber nicht ausreichte. Nachschüsse machte Deutschland als größter Zahler mit über 20 Prozent der Kosten aber von einer stärkeren Beteiligung der deutschen Industrie abhängig.

Erster Testsatellit in wenigen Monaten

Nun soll es aber rasch gehen: Ende 2005 oder Anfang 2006 soll bereits ein erster Testsatellit ins All geschossen werden. "Ich erwarte, dass es gelingt, im Lauf der nächsten Wochen zu einer Verständigung zu kommen", sagte Stolpe.