05.10.2005

802.11N

WLAN-Nachfolger in den Startlöchern

In den WLAN-Sektor kommt neuerlich Bewegung: Bereits in zwei Jahren gilt ein neuer, schnellerer Standard.

Die vom Institute of Electrical and Electronics Engineers [IEEE] verfasste Richtlinie soll mit einer Reihe von neuen Verfahren einen höheren Datendurchsatz als bisherige WLAN-Technologien garantieren.

Drahtlose Netzwerke sollen künftig einen effektiven Datendurchsatz von 100 Megabit pro Sekunde bewegen - was in etwa eine Vervierfachung des Datendurchsatzes bedeutet. In einem speziellen Modus ist der neue Standard auch rückwärtskompatibel zum existierenden WLAN-Standard.

Wireless LAN [WLAN] bewegte sich in den letzten Jahren von zwei über elf hin zu 54 Megabit/Sekunde - immer gemessen am theoretischen Durchsatz. In der Praxis wurden diese Werte jedoch nicht erreicht.

Über den neuen Standard, auch IEEE 802.11n genannt, sollen beispielsweise mehrere Videostreams gleichzeitig ohne Probleme laufen können. Im Standardisierungsgremium gibt es zwei Lager - TGn Sync und WWiSE genannt.

Der rasante Aufstieg von Broadcom

So lange wollen die Hersteller jedoch nicht warten. Der Hintergrund: Als der derzeit schnellste Standard, 802.11g, im Jahr 2002 vorgestellt wurde, begannen alle Chiphersteller, entsprechende Hardware zu produzieren.

Ein bis bis dato unbekannter Hersteller, Broadcom, preschte jedoch einige Monate vor der Ratifizierung mit eigenen Chips vor, die nach den vorläufigen 802.11g-Richtlinien gefertigt waren. Das Ergebnis: eine Marktführerschaft, die bis heute anhält.

So leicht wollen es die anderen Player auf dem Markt - Aheros, Conexant, Marvell, Realtek und Co - Broadcom nicht mehr machen. Sie alle wollen bereits Mitte 2006 mit eigenen Produkten auf den Markt kommen, die sich nach vorläufigen Richtlinien orientieren.

Gleichzeitig werden diese Firmen immensen Druck auf das Standardisierungsgremium ausüben, den vorläufigen Standard nicht mehr zu verändern, damit die bereits auf dem Markt befindlichen Produkte nicht inkompatibel werden.