Entscheidung über Chips im Reisepass
Philips Semiconductors Styria mit Sitz im steirischen Gratkorn hat - nicht ganz überraschend - das Rennen um den Funkchip in den neuen österreichischen Reisepässen gemacht. Diese sollen im Frühjahr/Sommer 2006 ausgegeben werden, bestehende Pässe behalten aber ihre Gültigkeit.
Auftraggeber ist die Österreichische Staatsdruckerei, als Generalunternehmer tritt die deutsche Firma Smartrac auf.
Auftragssumme wurde keine genannt. Pro Jahr werden rund 500.000 Reisepässe ausgestellt, erklärte Staatsdruckerei-Chef Thomas Zach am Montag.
Der neue Chip samt Mini-Antenne wird auf einer eigenen "Plastikseite" angebracht, die in den Reisepass eingeklebt wird. Der Pass ist dann bis auf eine Entfernung von zehn Zehntimeter auslesbar.
Der Sicherheitschip aus dem Philips-Halbleiter-Kompetenzzentrum wird bereits in deutschen Pässen eingesetzt.
Biometrie-Chips sind vergebenUS-Visum ab 26. Oktober
Bis es die neuen Pässe gibt, müssen sich USA-Reisende, die einen neuen Reisepass nach dem 26. Oktober 2005 erhalten, auf Unannehmlichkeiten einstellen.
Sie brauchen zusätzlich zum Pass noch ein US-Visum. Die USA verlangen nämlich ab diesen Zeitpunkt Neu-Pässe mit biometrischen Erkennungsmerkmalen - Minimum ist ein digital auslesbares Passbild, in Folge werden auch zwei Fingerabdrücke integriert - diese fehlen aber bis Einführung des neuen Passes.
Zuständig dafür ist laut Staatsdruckerei das Innenministerium. Dort verwies man zuletzt auf Gespräche EU-USA, da dieses Problem auch andere Länder hätten.
Die Einrichtung einer zentralen Kartei mit den Fingerabdrücken aller Österreicher ist die logische Folge, im Innenministerium heißt es logischerweise dazu, das sei "Zukunftsmusik".
Wie Funkchip-Pässe abgesichert werdenInfineon ist enttäuscht
Während der Auftrag aus Deutschland gemeinsam mit Mitbewerber Infineon an Land gezogen wurde, spielt Philips in Österreich solo.
Enttäuscht zeigte man sich heute beim Halbleiter-Hersteller Infineon, einer Siemens-Tochter, dass der Auftrag für den Sicherheitschip im neuen Reisepass an Mitbewerber Philips vergeben wurde. An den Ausbauplänen in Österreich ändere das nichts, hieß es bei Infineon Graz.
Erst vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen mitgeteilt, zu den bestehenden 200 Jobs bis Ende 2006 rund 30 neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Generalunternehmer SmartracIn Österreich beschäftigt Philips 1.900 Mitarbeiter, das Aktivitätenvolumen 2004 betrug 1.023 Millionen Euro, in Gratkorn arbeiten rund 200 Personen.
Philips Halbleiter
