E-Card weiter umstritten
Während Rauch-Kallat das System trotz einiger technischer Probleme verteidigt, ist es für den Präsidenten des österreichischen Verbands medizinischer Softwarehersteller [ÖMS], Klaus Propst, "extrem fehleranfällig".
Rauch-Kallat betont, dass es trotz der jüngsten Systemausfälle zu "keinen Verzögerungen" bei den Ärzten gekommen sei. Berichte, wonach es über 20.000 Beschwerden gegeben habe, seien "völliger Unsinn".
In Wahrheit habe es am Montag 165.000 so genannte "Lesevorgänge" - also Patientenbesuche - gegeben und am Dienstag sogar 205.000 "problemlose Abwicklungen".
Laut Rauch-Kallat seien bis dato insgesamt 6,9 Millionen Transaktionen mit der E-Card abgewickelt worden. Die Fehler beim Versenden der E-Card an die einzelnen Adressen der Versicherten liege bei weniger als zwei Prozent.
E-Card-System wieder in Betrieb"Das Märchen vom Peering Point"
Propst sieht die Pannenserie weniger optimistisch: "Es ist eine Tatsache, dass zentrale Strukturen wie der Peering Point extrem fehleranfällig sind. Wenn alle Daten über einen zentralen Knoten laufen, dann führt schon das geringste Problem gleich zum Ausfall der Rechenzentren und damit zum Totalabsturz des gesamten Systems. Eines ist damit klar: Das Märchen vom sicheren Peering Point hat damit endgültig ausgedient."
Laut Propst könnte jedoch alles noch viel schlimmer kommen, wenn wie geplant ein Großteil der medizinischen Daten zentral über den Peering Point läuft.
Laut Vertrag sind bis September 2006 die Firmen für den klaglosen Betrieb des Systems verantwortlich. Sollte es zu Schwierigkeiten und Ausfällen kommen, sei auch eine Pönale vorgesehen.
Nun wurde an die drei bisherigen Systeme ein viertes zusätzliches Testsystem angeschlossen. Dabei gehe es um eine Erweiterung der Plattenkapazitäten.
