25.09.2005

ONLINE

China verschärft Regeln für Netz-Zensur

Die vom Staatsrat und vom Informationsministerium herausgegebene Verordnung soll "die Verwaltung von Nachrichten und Informationen vereinheitlichen", wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldet.

Zugelassen sind demnach nur "gesunde und zivilisierte Nachrichten und Informationen, die der Verbesserung der Qualität der Nation dienen".

Explizit verboten ist hingegen "die Verbreitung von Nachrichten und Informationen, die der Staatssicherheit und dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufen". Die Regierung hat erst kürzlich mit Maßnahmen gegen nicht registrierte Web-Sites und gegen Blogs gedroht, deren Betreiber zum Tagesgeschehen Stellung nehmen. In Internet-Cafes in Shanghai wurden zudem Überwachungskameras installiert.

Handbuch gegen Netz-Zensur

Erst vor wenigen Tagen wurde ein Online-Journalist Zhen Yichun wegen Subversion zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das ist der dritte derartige Fall in diesem Jahr in China.

Laut Reporter ohne Grenzen ist China "Weltmeister" bei der Internet-Zensur. Sie haben diese Woche ein eigenes Handbuch für die Umgehung von Zensur im Netz vorgestellt.

Neben Anleitungen etwa zum Anlegen eines eigenen Weblogs kommen darin auch Blogger selbst zur Wort, wie etwa der Iraner Arash Sigarchi, der eine Haftstrafe von 14 Jahren abbüßen soll, aber derzeit auf sein Berufungsverfahren wartet.