09.09.2005

TEILWEISE

US-Golfküste geht wieder ans Netz

WiMax soll sich nach den Wünschen seiner Entwickler zu einer kostengünstigen drahtlosen Alternative zu DSL- bzw. Kabelverbindungen entwickeln und eine Lösung für die "letzte Meile" bringen.

An der weitläufig zerstörten US-Golfküste wird WiMAX nun einem großen Praxistest unterzogen. Der Chiphersteller Intel, selber großer WiMAX-Unterstützer, hat jetzt das dafür notwendige Equipment an die [nicht mehr genutzte] Kelly Air Force Base nach San Antonia gebracht, wo zahlreiche Evakuierte untergebracht sind.

Unter anderem dort wollen Internet Provider, die sich zu der Vereinigung Part-15.org zusammengeschlossen haben, mit der Federal Communications Commission und der Federal Emergency Management Agency WLAN-Zugangspunkte einrichten.

Damit diese aber auch Zugang zum weltweiten Internet haben, soll nun WiMax zum Zug kommen.

Mindestens 600 Mio. Dollar Schaden

Die Telekoms sind unterdessen immer noch damit beschäftigt, sich einen Überblick über Schaden und die damit verbundenen Kosten zu verschaffen.

Nicht nur die Überland-Telefonleitungen wurden in Mitleidenschaft gezogen, auch die Anbindung der einzelnen Häuser ["last mile"] ist - genauso wie viele Häuser - vielfach einfach nicht mehr vorhanden.

BellSouth, der größte Telefon-Anbieter vor Ort, schätzte den Schaden am Mittwoch noch in der Größenordnung zwischen 400 und 600 Millionen Dollar ein. Allerdings seien das vorläufige Schätzungen, genauso wie der Zeitrahmen von vier bis sechs Monaten, bis der Anbieter wieder ein Service vor Ort anbieten könne, so BellSouth.

Demnach sind rund 1,1 Millionen Telefon-Anschlüsse in der Region funktionsuntüchtig, 90 Prozent davon in der Region von New Orleans, die Gebiete nördlich der Stadt und an der Golfküste. In der Woche davor waren noch 1,75 Millionen Anschlüsse außer Betrieb.

Unterversorgung mit Satellitenhandys

Doch nicht nur die Zivilbevölkerung selbst wurde von den Zerstörungen der Telekommunikations-Infrastruktur getroffen, auch die Einsatzkräfte litten unter zerstörten Funksystemen. Die Handynetze im Gebiet sind derzeit großteils ebenfalls immer noch außer Betrieb.

Satellitentelefone, die bereits im Irak zum Einsatz kamen, hätten sicher auch in den USA einen wertvollen Einsatz gefunden ¿ alleine sie waren nicht in ausreichender Stückzahl vorhanden.

Einer Debatte darüber werden sich die US-Behörden in naher Zukunft wohl kaum entziehen können.

Die Betreiber der Satellitenhandys, wie etwa Iridium Satellite LCC, verzeichnen derweil weitere eine hohe Nachfrage nach Satellitenhandys, aber auch Ersatzbatterien, Solar-Ladern und Ladegeräten fürs Auto.