Funkstandard WiMax kommt ins Rollen
Die drahtlose Breitband-Technologie WiMax [World Interoperability for Microwave Access] bekommt zwar immer mehr Aufmerksamkeit von Festnetz- wie auch Mobilfunkbetreibern, bis die Technologie jedoch breit genutzt wird, kann es laut Intel noch etwas dauern.
WiMax soll sich nach den Wünschen seiner Entwickler zu einer kostengünstigen drahtlosen Alternative zu DSL- bzw. Kabelverbindungen entwickeln und eine Lösung für die "letzte Meile" bringen.
"Der Großteil der Welt besitzt noch keine Breitband-Anbindung, doch für den Großteil der Welt wird WiMax der Weg sein, um an Breitband zu kommen", so Sean Maloney, Leiter der Mobilitätsabteilung bei Intel.
Das bedeutet, dass WiMax vor allem in ländlichen Gegenden und Entwicklungsländern, wo es keine Festnetz-Infrastruktur gibt, zur Schlüsseltechnologie werden könnte.
Mit WiMax sind Datenübertragungsraten von bis zu 70 MBit pro Sekunde über mehrere Kilometer möglich. Die technische Benchmark liegt momentan bei 50 Kilometern - unter idealen Bedingungen, ungestörte Sichtverbindung natürlich vorausgesetzt.
"Funkstandard WiMax überholt WLAN"WiMax für Notebooks und Handys
Auf längere Sicht soll der Funkstandard aber auch WLAN ergänzen. Schon bald sollen deshalb auch mobile Geräte wie Notebooks und Handys mit entsprechenden Chips für WiMax aufgerüstet werden.
In den nächsten zwölf Monaten werden jedoch noch vermehrt WLAN-Handys auf den Markt kommen, weil WiMax-kompatible Chips noch in der Entwicklungsphase sind.
Intel stellt am Montag seinen ersten WiMax-Chip für Basisstationen unter dem Namen "Rosedale" vor, die ersten Centrinos werden aber erst ab 2006 mit dem erforderlichen WiMax-Modul ausgerüstet. Der Chiphersteller hofft damit den Erfolg der WLAN-fähigen Centrinos, die maßgeblich an der Durchsetzung von WLAN beteiligt waren, fortzuführen.
Für die Mobilfunker bedeutet WiMax eine Alternative bzw. Ergänzung zu den bereits bestehenden oder noch im Aufbau befindlichen 3G-Netzwerke.
Immer mehr Telekoms testen den WiMax-Betrieb bereits in der Praxis. Der niederländische Handybetreiber Enertel etwa bietet WiMax bereits in Rotterdam, Amsterdam, Den Haag, Utrecht und Eindhoven an, bis Ende 2005 soll ganz Holland abgedeckt sein
Drahtloses WiMax-Netz für Tokio3G und WiMax im Einklang
Vor allem aus der Sicht der Mobilfunker wäre es deshalb interessant, 3G und WiMax in Einklang zu bringen. Erst muss aber noch ein WiMax-Standard für Notebooks und andere tragbare Geräte gefunden werden.
Eine Einigung hat sich dabei wegen technologischer Streitigkeiten immer wieder verzögert, wird aber laut Maloney in den nächsten Monaten erwartet.
Intel hat sich mit Branchengrößen wie Fujitsu und Nokia zum WiMax-Forum zusammengeschlossen, um die Entwicklung des Funkstandards voranzutreiben, und erhofft sich dadurch wohl auch, bei der Implementierung der Technologie einen Vorsprung zu haben.
