Mautausweitung "technisch kein Problem"
Weder eine Erweiterung auf das niedrigrangigere Straßennetz noch die Ausdehung auf Pkws sei ein Problem.
"Das System ist so gebaut worden, dass es auch den Pkw mitbetreuen kann", erklärte Kapsch-Mautchef Erwin Toplak.
Notwendig wäre lediglich eine Aufstockung der Computerkapazitäten zur Speicherung der Mautdaten. Statt Daten von bisher 600.000 Lkws müssten dann acht bis zehn Millionen Fahrzeuge verwaltet werden.
Für die Erweiterung müsste man nicht wie auf der mehrspurigen Autobahn Mautbrücken errichten, so Toplak. Auf schmäleren Straßen genügten kleinere Sender am Straßenrand. Auch London etwa sei mit solchen Sendern bemautet worden.
Videomautsystem wird ausgebautKostenfrage ungeklärt
Was eine Ausdehnung des bestehenden Mautsystems kosten würde, wollte Toplak nicht beziffern. Für den Bau des Lkw-Mautsystems in Österreich hat Kapsch rund 200 Mio. Euro erhalten, für den technischen Betrieb kassiert das Unternehmen derzeit jährlich etwa 20 Mio. Euro.
Außer Deutschland, der Schweiz, Österreich und Tschechien hätten alle anderen Länder auf der Welt sämtliche Fahrzeuge bemautet.
Tschechien arbeitet gerade an der Einführung eines Lkw-Mautsystems ab 2007. Kapsch TrafficCom hat dafür ein Angebot abgegeben.
2.000 Kilometer tschechische Autobahnen und Schnellstraßen sollen mit einem Lkw-Mautsystem ausgestattet werden.
Der Gesamtwert des Auftrags wurde zuletzt auf elf Mrd. Kronen [372 Mio. Euro] geschätzt. Der Vertrag mit dem Sieger der Ausschreibung soll noch in diesem Jahr unterzeichnet werden.
Österreichisches Mautsystem für Tschechien
