06.09.2005

KONTROLLE

Autos passen künftig auf Insassen auf

An der britischen Universität Oxford testet ein experimenteller Psychologe derzeit verschiedene Verfahren, die die Sinne der Autoinsassen anregen sollen.

Charles Spence zielt dabei vor allem auf den Geruchs- und Tastsinn ab. So könnte etwa eine Lavendel-Duftwolke in brenzligen Situationen beruhigen, während eine Zitronenbrise den Fahrer aufmerksamer machen soll.

Gegen Schläfrigkeit und Zerstreutheit im Cockpit will der Forscher künftig vibrierende Autoteile einsetzen, dabei könnten Gurt, Sitze und Pedale durch sanfte Massage auf gefährliche Situationen hinweisen und für mehr Aufmerksamkeit sorgen.

Bis 20 Prozent weniger Unfälle

Die Vibration könne laut Spence in Kombination mit einem Warnsignal eingesetzt werden, wenn etwa das Vorderauto langsamer wird oder der Hintermann zu nahe aufrückt.

"Wir wollen damit eine Verbesserung der Reaktionszeit um 150 bis 200 Millisekunden erreichen", erklärt Spence, "Dadurch könnten häufig auftretende Blechschäden, etwa durch Auffahrunfälle, um 15 bis 20 Prozent reduziert werden."

Der Wissenschaftler arbeitet derzeit mit einem nicht genannten japanischen Autohersteller zusammen, der die Sinnesanreize schon bald in seine Autos integrieren will.

Der Vibrationsalarm wird zwar in aktuellen Modellen noch nicht eingesetzt, laut einer Prognose des japanischen Autoteile-Herstellers Denso werden vibrierende Gurte und Sitze bis 2020 jedoch zum Standard in neuen Autos.

Gesichtsüberwachung im Lexus

Der japanische Autokonzern Toyota setzt in Sachen Sicherheit künftig auf Gesichtserkennung. Eine Videokamera in der Nähe des Lenkrads überwacht dabei den Fahrer und seinen Aufmerksamkeitslevel.

Sobald dieser nicht mehr geradeaus schaut, sondern seinen Blick herumwandern lässt, startet das System ein blinkendes Licht sowie ein Warnsignal. Wenn der Fahrer dann immer noch nicht reagiert, gibt das System einen Bremsbefehl.

Das System wird im Frühjahr 2006 erstmals in luxuriösen Lexus-Modellen in Japan zum Einsatz kommen.