Autos passen künftig auf Insassen auf
An der britischen Universität Oxford testet ein experimenteller Psychologe derzeit verschiedene Verfahren, die die Sinne der Autoinsassen anregen sollen.
Charles Spence zielt dabei vor allem auf den Geruchs- und Tastsinn ab. So könnte etwa eine Lavendel-Duftwolke in brenzligen Situationen beruhigen, während eine Zitronenbrise den Fahrer aufmerksamer machen soll.
Gegen Schläfrigkeit und Zerstreutheit im Cockpit will der Forscher künftig vibrierende Autoteile einsetzen, dabei könnten Gurt, Sitze und Pedale durch sanfte Massage auf gefährliche Situationen hinweisen und für mehr Aufmerksamkeit sorgen.
Elektronik steuert in modernen Autos nicht nur die Sicherheit, auch das mobile Informations- und Unterhaltungangebot nimmt zu. Im 7er-BMW steckt laut BMW-Chef Helmut Panke mehr Technik, als für den ersten Mondflug gebraucht wurde.
"Intelligente" Autos auf dem VormarschBis 20 Prozent weniger Unfälle
Die Vibration könne laut Spence in Kombination mit einem Warnsignal eingesetzt werden, wenn etwa das Vorderauto langsamer wird oder der Hintermann zu nahe aufrückt.
"Wir wollen damit eine Verbesserung der Reaktionszeit um 150 bis 200 Millisekunden erreichen", erklärt Spence, "Dadurch könnten häufig auftretende Blechschäden, etwa durch Auffahrunfälle, um 15 bis 20 Prozent reduziert werden."
Der Wissenschaftler arbeitet derzeit mit einem nicht genannten japanischen Autohersteller zusammen, der die Sinnesanreize schon bald in seine Autos integrieren will.
Der Vibrationsalarm wird zwar in aktuellen Modellen noch nicht eingesetzt, laut einer Prognose des japanischen Autoteile-Herstellers Denso werden vibrierende Gurte und Sitze bis 2020 jedoch zum Standard in neuen Autos.
Sollte es doch zum Unfal kommen, ruft das Auto künftig selbst um Hilfe. Ab 2009 sollen alle Neuwagen in Europa mit einem "E-Call"-System ausgestattet sein, das nach einem Zusammenstoß automatisch die Notrufnummer 112 funkt und den genauen Unfallort übermittelt.
Auto alarmiert künftig selbst den NotrufGesichtsüberwachung im Lexus
Der japanische Autokonzern Toyota setzt in Sachen Sicherheit künftig auf Gesichtserkennung. Eine Videokamera in der Nähe des Lenkrads überwacht dabei den Fahrer und seinen Aufmerksamkeitslevel.
Sobald dieser nicht mehr geradeaus schaut, sondern seinen Blick herumwandern lässt, startet das System ein blinkendes Licht sowie ein Warnsignal. Wenn der Fahrer dann immer noch nicht reagiert, gibt das System einen Bremsbefehl.
Das System wird im Frühjahr 2006 erstmals in luxuriösen Lexus-Modellen in Japan zum Einsatz kommen.
