03.09.2005

WETTBEWERB

Schlagabtausch zwischen Intel und AMD

Zwischen den beiden Chip-Herstellern Intel und AMD zeichnet sich der Beginn einer Schlammschlacht ab. Bereits im Juni hat AMD eine Kartellklage gegen Intel eingereicht und wirft dem Marktführer vor, Druck auf Dell, Sony und Co ausgeübt zu haben, um Exklusivverträge zu erhalten.

Nachdem vor wenigen Tagen Intels Reaktion auf die Klage veröffentlicht wurde, meldet sich nun auch AMD wieder zu Wort.

Intel wies darin nicht nur die Vorwürfe des Konkurrenten zurück, sondern griff diesen auch frontal an: AMD habe es sich mangels ausreichender Investitionen selbst zuzuschreiben, nicht zu einem größeren Wettbewerber geworden zu sein.

Weiters wolle AMD Intel die Schuld für die vielen falschen Geschäftsentscheidungen zuschieben, meinte Intel-Anwalt Bruce Sewell.

AMD schießt zurück

AMD reagierte prompt auf die Vorwürfe. "Intels Antwort ist nicht überraschend, bedenkt man, was sie zu verbergen suchen. Aber die Fakten, wonach ein illegaler Monopol-Missbrauch vorliegt, sind eindeutig und nicht zu leugnen", erklärte Thomas M. McCoy, AMDs Executive Vice President, Legal Affairs and Chief Administrative Officer.

McCoy verwies weiters auf andere Länder, wie etwa Japan, wo die Wettbewerbskommission Intel bereits der Verletzung von Kartellrechten für schuldig befunden hat.

Laut AMD "zwinge Intel mit seinen unrechtmäßigen Maßnahmen die Konsumenten, künstlich hochgehaltenen Preise zu bezahlen und beschränken die Wahlmöglichkeit, die besten auf dem Markt verfügbaren Produkte zu erhalten".

AMD mimt Robin Hood

AMD nimmt nun in dem Streit immer mehr die Position des "Robin Hood" der PC-Käufer ein und versucht, mit dem Kartellstreit sein Image zu polieren.

"Wir freuen uns darauf, unsere Beweise vor der gesamten Industrie und vor aller Welt darzulegen. Wir werden die Wahrheit auf den Tisch bringen, damit das Gericht entscheiden kann", merkte McCoy zusätzlich an.