01.09.2005

BEDROHLICH

Google Earth schürt Sicherheitsbedenken

Der Suchmaschinenbetreiber Google ruft mit seinem vielfältigen Angebot an Internet-Diensten regelmäßig Kritiker auf den Plan. Nun aber löste das Unternehmen mit seiner Software Google Earth sogar internationale Sicherheitsbedenken aus.

Wie Zeitungsberichten zu entnehmen ist, sorgt sich die südkoreanische Regierung, dass wichtige Regierungsgebäude wie der Präsidentensitz und militärische Stützpunkte, die mit Google Earth einsehbar sind, dadurch verstärkt zum Ziel terroristischer Angriffe werden könnten.

Konkret sorgen sich die Südkoreaner dabei vor dem Nachbarn Nordkorea, mit dem man sich offiziell noch im Krieg befindet. Nun wird laut einem Sprecher des Präsidenten überlegt, die US-Behörden einzuschalten.

Australien und Niederlande diskutieren

Losgetreten wurde die Diskussion Anfang August in Australien. Das Verteidigungsministerium bezeichnete Google Earth als potenzielle Bedrohung für die nationale Sicherheit, weil damit etwa die Atomkraftwerke des Landes von jedermann ausspioniert werden könnten.

Die australische Organisation für Nuklearwissenschaft und -technologie [NASTO] bat daraufhin Google, die betroffenen Objekte auf den Satellitenbildern auszusparen, der Betreiber lässt aber mit einer Reaktion noch auf sich warten.

Im Anschluss schaffte es Google Earth sogar in den niederländischen Bundestag, nachdem Politiker und Polizei ihre Bedenken über die freie Verfügbarkeit von Satellitenbildern vom Rotterdamer Hafen, dem Königspalast in Den Haag und dem Flughafen von Amsterdam geäußert hatten.

Nun sollen die zuständigen Ministerien den Sachverhalt untersuchen, ein Terrorismusexperte gab zu bedenken, dass der freie Zugang zu solchen Aufnahmen die Terror-Hemmschwelle senken würde.

Teilweise alte Bilder

Weil Google Earth keine Bilder in Echtzeit liefert und die Aufnahmen zum Teil bereits über zwei Jahre alt sind, dürfte sich die Gefahr des Angebots jedoch in Grenzen halten.

Bis eine Suchmaschine Satellitenbilder in Echtzeit liefern kann, werden wohl noch einige Jahre vergehen.

Google selber betont, dass das Angebot genauso für gute Zwecke, etwa die Erkundung eines Gebiets im Falle eines Waldbrands oder Ähnliches, verwendet werden könne und das den potenziellen Missbrauch wieder aufwiegt.