US-Filmindustrie klagt weiter
Die US-Filmindustrie hat am Donnerstag eine neue Klagewelle gegen US-Nutzer von Tauschbörsen losgelassen.
Zum ersten Mal konnte der Industrieverband MPAA [Motion Picture Association of America] dabei auf Daten der P2P-Anbieter selbst zurückgreifen.
Die Klagen gegen 286 Personen basierten den Angaben zufolge auf Log-Dateien von bereits geschlossenen P2P-Sites, die das BitTorrent-Protokoll nutzten.
BitTorrent war im vergangenen Jahr zum beliebtesten Tauschsystem avanciert, nachdem Nutzer von KaZaA, Grokster und Co. zunehmend mit Klagen der Unterhaltungsindustrie konfrontiert worden waren.
Erst im Mai hatte die US-Bundespolizei FBI die P2P-Site Elite Torrents wegen der Verbreitung von Raubkopien geschlossen. Die US-Filmindustrie hatte im vergangenen Dezember Klage gegen Elite Torrents eingereicht.
Elite-Torrents-Netzwerk geschlossenIdentität nicht geschützt
Die MPAA hatte bereits im Februar angekündigt, die Auslieferung der Server-Logs von LokiTorrent beantragt zu haben. Die Angst vor der Entdeckung sollte die Nutzer vom Film-Download abhalten.
Bei den jetzigen Klagen sollen laut einer Sprecherin der MPAA aber keine Daten von LokiTorrent verwendet worden sein.
Auch BitTorrent-Erfinder Bram Cohen hatte in der Vergangenheit davor gewarnt, dass die Nutzung seiner Technologie für illegale Zwecke "eine dumme Idee" sei, weil diese nicht entwickelt wurde, um die Identität der Nutzer zu schützen.
