11.08.2005

SKY TV, FOX ETC.

Medienmogul Murdoch drängt ins Netz

Der US-Medienkonzern News Corp., zu dem unter anderem Sky TV, Fox und Twentieth Century Fox gehören, will künftig vor allem im Online-Bereich wachsen.

Das Unternehmen und dessen neu gebildete Internet-Sparte Fox Interactive Media haben laut Chef Rupert Murdoch bis zu zwei Milliarden Dollar für die Übernahme von Internet-Firmen budgetiert.

Am Rande der Bekanntgabe der prächtigen Geschäftszahlen für das vierte Quartal verkündete Murdoch weiters, bei einer Suchmaschine einsteigen zu wollen. Demnach befinde man sich bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem nicht näher genannten Suchmaschinenbetreiber.

MySpace und Skype auf Einkaufsliste

Erst im Juli hatte News Corp die US-Internet-Firma Intermix Media für 580 Mio. Dollar [481 Mio. Euro] übernommen. Intermix ist unter anderem im Besitz des rasant wachsenden Internet-Portals MySpace.com und zählt über 27 Mio. Nutzer.

Negative Schlagzeilen machte das Unternehmen mit einer Klage der New Yorker Staatsanwaltschaft wegen der Verbreitung von Software für Spy- und Adware-Programme via Intermix-Websites. Diese wurde jedoch außergerichtlich geregelt.

Zuletzt wurde auch bekannt, dass Murdoch versucht haben soll, das Internet-Telefonunternehmen Skype für drei Milliarden Dollar zu kaufen. Die Verhandlungen seien aber laut Medienberichten vergangenen Monat gescheitert.

Murdochs Sohn gab auf

Kurze Zeit nach dem kolportierten Skype-Übernahmeversuch verließ Murdochs Sohn Lachlan den Konzern seines Vaters, der sich aber zu den Gründen für den Ausstieg nicht äußern wollte.

Unklar bleibt nun jedoch, wer die Führung des Konzerns übernehmen wird, wenn sich der bereits 74-jährige Murdoch zur Ruhe setzt. Im Moment gilt COO Peter Chernin als wahrscheinlichster Nachfolger.

News Corp setzt weiterhin auf die so genannte Poison-Pill-Regelung zur Verhinderung einer feindlichen Übernahme. Diese gilt seit November 2004, als Liberty Media überraschend den stimmberechtigten Anteil an News Corp auf 18 Prozent erhöhte.

Murdochs Familie hält derzeit 29,5 Prozent und fürchtet, bei einer weiteren Erhöhung der Anteile von Liberty Media die Kontrolle über den Konzern zu verlieren.