Ära des 35-Millimeter-Films geht zu Ende
Die Ära des 35-Millimeter-Films nähert sich dem Ende. Die sieben größten Hollywood-Studios haben sich nach landem Hin und Her auf eine technische Norm für Produktion und Vertrieb digitaler Kinofilme geeinigt.
Das gab die 2002 von Centfox, Disney, MGM, Paramount, Sony Pictures, Universal und Warner gegründete Vereinigung Digital Cinema Initiatives [DCI] nun bekannt.
Ob die jetzige Einigung auch zu einer raschen Digitalisierung der Kinos führt, bleibt allerdings abzuwarten. Denn vor allem die hohen Umrüstungskosten auf Digitalprojektion bremsen die Verbreitung.
Bei der Qualität hat sich die DCI auf eine horizontale Auflösung von zumindest 2.000 Linien geeinigt, obwohl bereits Projektoren in Entwicklung sind, die diese Auflösung verdoppeln.
Die genaue Spezifikation [pdf, 176 Seiten]75.000 Dollar pro Leinwand
Bessere Bildqualität, die Eliminierung von Kratzern sowie eine hohe Haltbarkeit - das Filmmaterial wird mit wiederholtem Abspielen nicht schlechter-, darin liegen die Vorteile der Digitalfilme.
Die technologischen Grundlagen für die Umsetzung der digitalen Projektion sind eigentlich seit Jahren vorhanden, aber inkompatible Formate und teure Hardware machten die flächendeckende Einführung bis dato unmöglich.
Zurzeit sind noch wenige Kinos mit digitalen Projektoren ausgestattet. Die Kosten für die Digitalisierung eines Kinos liegen bei mehr als 75.000 Dollar pro Leinwand.
Hinzu kommen Kosten für Anschaffung und Wartung kompatibler Computersysteme. Das können sich vor allem kleinere Kinos nicht leisten.
Digitalkinos in Österreich
In Österreich war bis vor kurzem neben dem Imax-Kino nur ein
einziger Kinosaal mit einem Digital-Projektor ausgerüstet, Saal fünf
im Wiener UCI-Kino Millennium City im 20. Bezirk. Im Rahmen des
EU-Projekts EuropeanDocuZone wurden hier zu Lande weitere acht
Arthouse-Kinos mit digitalen Kinoanlagen ausgestattet.
Irland ist Europas Vorreiter bei DigitalkinosFilme werden via Internet ausgeliefert
Großer Gewinner der Umstellung sind die Hollywood-Studios, sie sparen enorme Kosten bei der Verbreitung der digitalen Filme via Satellit oder Breitband-Internet - natürlich verschlüsselt. Derzeit werden noch für jedes einzelne Kino Abzüge der Filme für die Vorführung hergestellt.
Mit der neuen Technologie muss nur noch ein einziges digitales Masterfile produziert und an die Kinos über ein Netzwerk gesendet werden. Die Zwischenspeicherung erfolgt auf eigenen Servern in den lokalen Kinos.
Die digitalen Filmdateien können zudem mit einem Kopierschutz ausgestattet werden, der das Abfilmen im Kino durch Veränderungen des Lichtniveaus unmöglich macht.
Das unaufhörliche Flackern bleibt vom Publikum unbemerkt, macht aber jeglichen Versuch des Mitfilmens mit Digitalkameras zunichte.
