Infineon unter Dauerbeschuss
"Herr Eggers hat das Geld überwiesen, das der Konzern von ihm verlangt hat", so ein Sprecher des Chip-Herstellers. Die Höhe der Summe wollte er nicht nennen. Nach Informationen des "Spiegel" handelt es sich um 50.000 Dollar. Laut Staatsanwaltschaft soll Eggers 50.000 Euro Schmiergeld bekommen haben.
Der inzwischen zurückgetretene Vorstand von Infineon, Andreas von Zitzewitz, soll laut "Spiegel" die angeblichen Provisionszahlungen des PR-Beraters Udo Schneider in Höhe von insgesamt 259.000 Euro in Bar-Beträgen zwischen 14.000 und 40.000 Euro erhalten haben.
Entsprechende Unterlagen habe die Münchner Staatsanwaltschaft bei ihrer Razzia am 15. Juli sichergestellt. Laut "Spiegel" soll BF-Inhaber Schneider bereits bei einer Verhandlung vor dem Münchner Landgericht am 17. November 2004 einen Kontoauszug vorgelegt haben.
Daraus ging demnach hervor, dass Ex-Manager Eggers von Schneider für die Vermittlung eines Motorsport-Co-Sponsors einen Betrag von 50.000 Dollar [etwa 41.175 Euro] erhalten habe.
Die Skandalchronik von InfineonKlage in den USA droht
Die BF Consulting will Infineon-Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley laut "Focus" durch Abmahnung und Strafandrohung in Höhe von 25 000 Euro zwingen, nicht mehr zu behaupten, bei BF Consulting sei im Rahmen der Schmiergeldzahlungen an Zitzewitz eine Revision vorgenommen worden.
"Über Herrn von Zitzewitz wollte nie jemand etwas wissen", so Schneider laut "Focus". Kley dürfe zudem nicht mehr behaupten, BF Consulting und Schneider wären immer wieder aufgefordert worden, für die Anschuldigungen gegen von Zitzewitz Beweise vorzulegen, hätten dies aber nie getan.
Wie die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichtet, bereitet das US-Architekturbüro Tec-PMC eine Klage gegen Infineon und den Aufsichtsrat vor. Die Architekten werfen Infineon Rufschädigung im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Infineon-Zentrale "Campeon" im Süden Münchens vor.
Sollte es zu einem Verfahren in den USA kommen, könnte dem Bericht zufolge auch die Bilanzierungspraxis Infineons in Frage gestellt werden.
Wenn der Konzern am Dienstag seine Quartalszahlen präsentiert, dürfte die Bilanz ohnedies in den Hintergrund treten, zumal Experten ohnehin mit schlechten Zahlen rechnen. Das Augenmerk der richtet sich vielmehr vor allem auf die Zukunft und eine mögliche Abspaltung der Speicherchip-Sparte.
Ex-Chef Schumacher entlastet
