20.07.2005

ZIELGRUPPE

Billig-Tarife für Deutschlands Handy-Markt

Deutschland entdeckt die Billigtarife im Handymarkt: während traditionelle Anbieter weiterhin eine Hochpreispolitik fahren, wenden sich Billigmarken an neue Nutzerschichten.

Die Deutschen müssen im EU-Vergleich für das mobile Telefonieren am tiefsten in die Tasche greifen - das geht aus aktuellen einer Studie im Auftrag des deutschen Wirtschaftsministeriums hervor.

Angesichts der hohen "Marktsättigung" werde die Branche deshalb ihre Strategie ändern und die Geräte nicht mehr so stark subventionieren wie bisher, meint die Bundesregierung. Im Gegenzug könnten dann die eigentlichen Telefonkosten sinken.

Keine Zusatzleistungen

Wie Simyo verzichteten auch diese Anbieter dabei auf Zusatzleistungen und verkauften die SIM-Karten nur im Netz. "Mit den Angeboten wird eine neue Preisrunde nach unten eingeläutet", so ein Branchenkenner.

Diese Provider wollten die sich in Deutschland erstmals bietende Chance nutzen, eigenständige Produkte ohne Nennung des jeweiligen Netzbetreibers zu entwickeln, berichtete das Magazin weiter. Experten erwarteten, dass noch in diesem Jahr fünf weitere Discountmarken den deutschen Mobilfunkmarkt erobern werden.

Billiger als deutscher Durchschnitt

"Wir arbeiten an einem Produkt für diese Zielgruppe", sagte eine Sprecherin von Debitel. "Da ist keine Entscheidung gefallen", erklärte ein Sprecher von Mobilcom. Aus Branchenkreisen verlautete, dass der Start eines Billigangebotes bis zum Oktober angestrebt werde.

Der Mobilfunkanbieter Simyo hat seit dem Start Ende Mai mehr als 100.000 Kunden gewonnen. E-Plus bietet über die Zweitmarke Simyo SIM-Karten günstig über das Internet an. Der Minutenpreis von Simyo liegt bei 19 Cent und damit unter dem Durchschnittspreis im deutschen Mobilfunkmarkt.