18.07.2005

NETZ PER FUNK

Begrenztes Potenzial für WiMax

Wimax wird nur in Regionen ohne festnetzbasierte Breitbandversorgung Erfolg haben - dies ist das Quintessenz einer Studie von Booz Allen Hamilton.

Einerseits können Mobilfunkunternehmen mit der nächsten Evolutionsstufe von UMTS Anfang 2006 ähnliche Datenübertragungsraten wie WiMax anbieten und andererseits werden festnetzbasierte Breitbandtechnologien für hohe Datennutzung immer günstiger als mobile Technik bleiben.

In Österreich ist nach WLAN und UMTS nun WiMax als neuer Standard aktiv. 2004 wurden entsprechende Frequenzen versteigert, und in wenigen Monaten soll bereits der erste Anbieter den Betrieb aufnehmen. Die Untersuchung von Booz Allen Hamilton sieht bei WiMAX jedoch eine beschränkte Reichweite und nur kurzfristig höhere Datenraten.

Starke Reichweitenabnahme in Gebäuden

Die gern propagierten Reichweiten von bis zu 10 km im WiMax-Netz sind nur außerhalb von Gebäuden und die angekündigten Datenraten von vier Megabit pro Sekunde und mehr nur in unmittelbarer Nähe einer Sendestation möglich. Eine flächendeckende mobile Nutzung verlangt ein engmaschiges und somit teures Netz von Basisstationen.

Bei der mobilen Datenübertragung verringert sich der Leistungsunterschied zwischen WiMax und UMTS zunehmend. Momentan steht UMTS-Kunden im besten Fall eine Datenrate von 384 kbit/s zum Download von Daten zur Verfügung.

Mehr Basisstationen als bei UMTS

Bei WiMax sind laut Booz Allen die propagierte Reichweite von zehn Kilometern und Datenübertragungsraten von mehreren Megabit pro Sekunde nur außerhalb von Gebäuden oder in unmittelbarer Nähe einer Sendestation möglich. Um in Genuss von Breitband über WiMax zu kommen, sind potenzielle Kunden mehrheitlich gezwungen, das Signal mittels einer Außenantenne zu empfangen. Für eine mobile Nutzung auch innerhalb von Gebäuden, ist bei Reichweiten von ca. einem Kilometer ein weitaus engmaschigeres Netz an Basisstationen erforderlich.

Darüber hinaus operiert WiMax auf einer deutlich höheren Frequenz als UMTS, so dass mit UMTS eine Innenversorgung mit ca. der halben Anzahl an Basisstationen möglich ist. Dies führt bei einem vergleichbaren Service wiederum zu deutlich höheren Kosten für den WiMax-Betreiber.