16.07.2005

PLAGE

Warum Spam nicht weniger wird

Obwohl Spam die wohl meistbeklagte Plage im Internet darstellt, scheint die Flut an unerwünschten E-Mails nicht weniger zu werden. Der durchschnittliche US-Nutzer erhält laut einer Studie der Universität von Maryland 20 Spam-Mails am Tag.

Um sich vor vollen Mailboxen zu schützen, greifen immer mehr Menschen auf Anti-Spam-Produkte und -Services zurück. Bis 2008 sollen laut Marktforscher IDC zwei Milliarden Dollar jährlich dafür ausgegeben werden, 2003 waren es noch 300 Millionen.

Doch die Masse an Werbemails legt nicht nur ständig zu, weil die Zahl der ferngesteuerten PCs ["Zombies"], von denen Spam und Viren ohne das Wissen ihrer Besitzer verschickt werden, rasant wächst. Es gibt auch mehr Nutzer, die Produkte von Spammern kaufen, als man sich denken würde.

Einkaufen und Anklicken

Eine gemeinsam durchgeführte Studie der Marktforscher Mirapoint und Radicati Group kommt zu dem Ergebnis, dass viele Leute, die behaupten, Spam zu verurteilen, dennoch darauf hereinfallen.

Elf Prozent der befragten Internet-Nutzer gaben an, bereits Produkte oder Services von Spammern bezogen zu haben, neun Prozent sind im Netz bereits Betrügern aufgesessen und haben Geld verloren.

Auch wenn sie keine Produkte kaufen, gaben immerhin 39 Prozent der Nutzer an, auf eingebettete Links in den Spam-Mails zu klicken. Das bestätigt den Spammern zum einen, dass die E-Mail-Adresse aktiv ist, zum anderen laufen die Nutzer dabei Gefahr, auf Websites geleitet zu werden, die Viren, Spyware oder anderee schädliche Programme verbreiten.

Es ist also nicht verwunderlich, dass 57 Prozent dieser Personen angaben, nach dem Anklicken der Links noch mehr Spam in ihrer Mailbox erhalten zu haben. Für die Studie wurden 800 Internet-Nutzer befragt.

Kein Spam-Shopping mehr

Spam-Filter und andere Hilfsmittel werden also für Internet-Nutzer noch länger eine Notwendigkeit darstellen, wenn sich dieses Verhalten nicht ändert. "Wenn die Leute aufhören, bei Spammern einzukaufen, wäre das Spam-Problem wahrscheinlich gelöst", so Marcel Nienhuis von der Radicati Group.