14.07.2005

JUBILÄUM

Die Überlebenden des Dot.com-Booms

1995 war das gemeinsame Geburtsjahr der Firmen Amazon, eBay und Yahoo. Gemeinsam haben sie auch die Ära des Dot.com-Booms er- und überlebt und gezeigt, dass man im Netz im jeweiligen Geschäftsbereich erfolgreich sein und Geld verdienen kann.

Amazon etwa gilt als unbestrittener Marktführer im globalen E-Commerce. Der 2004 erzielte Jahresumsatz von 6,92 Mrd. Dollar liegt weit vor der Nummer zwei der Internet-Einzelhändler: Dell verkaufte im vergangenen Jahr Computer und Zubehör im Wert von 3,25 Mrd. Dollar.

Als Jeff Bezos Amazon am 16. Juli 1995 gründete, wollte er laut eigenen Angaben eigentlich nur Bücher verkaufen und sonst nichts. "Es begann mit E-Mails von Kunden, die sagten: 'Wir würden auf diese Weise auch gern Musik, DVDs und Elektrogeräte kaufen'", so Bezos. Musik und DVDs kamen 1998 in die virtuellen Regale. Ein Jahr später folgten Elektrogeräte, Spiele und Software.

EBay direkt hinter Gucci

Beim Online-Auktionshaus eBay handeln nur die Mitglieder, im vergangenen Jahr immerhin Güter im Wert von 34,2 Mrd. Dollar. Für das laufende Jahr rechnet das Auktionshaus mit einem Umsatz für das Unternehmen von 4,25 Milliarden bis 4,35 Milliarden Dollar [3,40 Mrd. Euro], nach 3,27 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr.

Alleine der Name ist fast fünf Milliarden Dollar wert, im vergangenen Jahr schaffte eBay zum ersten Mal den Sprung in die Rangliste der hundert wertvollsten Marken der Welt. Laut Interbrand rangiert ebay direkt hinter der Luxusfirma Gucci, berichtet das "Handelsblatt".

Gegründet wurde eBay im September 1995 als Tauschplatz für Sammlerobjekte von Pierre Omidyar. Der Fama nach wurden am ersten Montag im September dieses Jahres, dem Labour Day, Pez-Spender als erstes Versteigerungsobjekt angeboten.

Gewinn bei Yahoo im Vordergrund

Yahoo hatte eigentlich als persönliche Linksammlung angefangen, am 2. März 1995 entschlossen sich Jerry Yang und David Filo aber, aus ihrem Hobby einen Beruf zu machen und gründeten das Internet-Portal, das für eine ganze Generation zum Inbegriff des Zugangs zum World Wide Web wurde.

Bei den Gründern stand von Anfang an der Wunsch im Vordergrund, so profitabel wie möglich zu sein. Allen Skeptikern zum Trotz machte das Unternehmen schon nach weniger als zehn Monaten Gewinn.

Der Sinn fürs Geschäft half auch, den Dot.com-Crash zu überstehen, der Hunderte andere Internet-Unternehmen von der Bildfläche verschwinden ließ. "Uns ging es immer um Profitabilität. Wenn wir keinen Gewinn gemacht haben, war das furchtbar", so Yang.

Aktienkurse im Wandel der Zeit

Auf dem Höhepunkt des Dot.com-Booms hatte Amazon einen Aktienkurs von mehr als 100 Dollar. Jetzt sind es um die 35 Dollar - "eine ungewöhnlich gute Leistung", meint Bezos mit Blick auf den um drei Aktiensplits bereinigten Startkurs von 1,50 Dollar.

Auch Yahoo notierte zur Boom-Zeit bei rund 100 Dollar und liegt, nach fünf Aktiensplits, nun bei etwa 37 Dollar. EBays Aktienkurs notiert derzeit bei ebenfalls 35 Dollar. Google wird heuer übrigens sieben Jahre und hat derzeit einen Aktienkurs von um die 300 Dollar.

In letzter Zeit nähern sich die Unternehmen zunehmend an: Yahoo und Google bieten eine eigene Produktsuche, eBay hat zuletzt die Produkt-Suchmaschine Shopping.com übernommen und Amazon setzt auf Partnerprogramme mit fremden Shops.