Yahoo feiert zehnjähriges Bestehen
Yahoo feiert am 2. März ein rundes Jubiläum: Vor zehn Jahren machten Jerry Yang und David Filo aus ihrem Hobby einen Beruf und gründeten das Internet-Portal, das für eine ganze Generation zum Inbegriff des Zugangs zum World Wide Web wurde.
Was die Yahoo-Gründer von den anderen Unternehmern der Dot.com-Ära unterschied, war der Wunsch, von Anfang an so profitabel wie möglich zu sein.
Der Sinn fürs Geschäftliche führte - allen Skeptikern zum Trotz - dazu, dass Yahoo schon nach weniger als zehn Monaten erstmals Gewinn machte.
Und er half dem Unternehmen auch, den Dot.com-Crash zu überstehen, der Hunderte andere Internet-Unternehmen von der Bildfläche verschwinden ließ. "Uns ging es immer um Profitabilität. Wenn wir keinen Gewinn gemacht haben, war das furchtbar", sagt Yang.
Der name Yahoo steht laut der Firmen-Website als Akronym für "Yet Another Hierarchical Officious Oracle" ["Noch ein hierarchisches, übereifriges Orakel"], doch die Gründer betonen, dass ihnen auch die Grundbedeutung des Wortes Yahoo [übersetzt: Saukerl] gut gefallen habe. Lange Zeit hatte das Unternehmen auch einen Jodelruf als Markenzeichen [oder Kennmelodie].
Yahoo startet in Österreich165 Mio. registrierte Nutzer
Das Unternehmen hat heute rund 7.600 Mitarbeiter, die beiden Gründer sind bis heute als "Chief Yahoos" ins Tagesgeschäft eingebunden und suchen weiter nach Innovationen und Wegen, um das Geschäft noch profitabler zu machen.
Das Portal, das als "Jerrys Guide to the World Wide Web" startete, sollte ursprünglich nur die persönlichen Interessen der Gründer im Netz verwalten.
Mit der Zeit wurde die Liste zu lang, also wurden die ersten Kategorien eingeführt. Und als diese nicht mehr reichten, kamen Sub-Kategorien. So entstand das Grundkonzept von Yahoo.
Mittlerweile hat das Portal geschätzte 345 Millionen Nutzer, 165 Millionen sind registriert und nutzen Yahoo als Mail-Service, Suchmaschine und News-Kanal.
Seit einiger Zeit bietet Yahoo auch Unterhaltungselektronik zum Verkauf an - unter eigenem Namen. Auf diesem Weg will sich das Unternehmen nicht nur auf den PC, sondern auch in den Wohnzimmern seiner User niederlassen.
Yahoo-Logo ziert UnterhaltungselektronikFührend, aber nicht unangefochten
Der gewinnorientierte Ansatz hat sich über die Jahre ausgezahlt. Filo besitzt noch 6,4 Prozent der Yahoo-Aktien, die derzeit einen Wert von rund 2,8 Milliarden Dollar haben, Yang besitzt noch 4,8 Prozent, was etwa 2,1 Milliarden Dollar entspricht. Der gesamte Firmenwert beträgt geschätzte 120 Milliarden Dollar.
Yahoo gehört zu den führenden Internet-Firmen, unangefochten ist die Stellung aber keineswegs. Mit Google - dessen Gründung Yahoo mit zehn Millionen Dollar unterstützte -, MSN und AOL gibt es harte Konkurrenten.
An Skeptiker haben sich Yang und Filo aber längst gewöhnt. "Vor zehn Jahren hat uns niemand eine Chance gegeben", sagt Filo. "Wir hatten immer starke Konkurrenz. Aber wir sind jetzt in einer Position, in der wir unser Schicksal selbst in der Hand haben."
