09.07.2005

SEX & CRIME

Neue Diskussion über "GTA: San Andreas"

Wurde frühere GTA-Versionen vor allem als gewalttätig, menschenverachtend und Anstiftung für Gewalttaten öffentlich verurteilt, hat es Rockstar nun mit "deftigeren" Vorwürfen zu tun: Eine unauthorisierte Modifikation der PC-Version von "GTA: San Andreas" [SA] bringt eindeutig sexuelle Szenen des Spiels zum Vorschein.

In den USA nutzte das der kalifornische Abgeordnete Tem Leland Yee dafür, die unabhängige Kontrollstelle ESRB [Entertainment Software Rating Board] wegen falscher Einstufung des Spiels und Befangenheit anzuschwärzen.

Yee wirft der ESRB vor, SA falsch klassifiziert zu haben. Seiner Meinung nach muss das Spiel, das nun als M [Mature, ab 17 Jahren] eingestuft ist, für die spielbaren Sexszenen die Einstufung AO [Adults only, Verkauf ab 18 Jahren] bekommen.

Feldzug gegen Kontrollgremium

Einmal mehr habe die ESRB versagt, so Yee. Die Eltern könnten der Gruppe und ihren Einschätzungen nicht vertrauen, genauso wenig wie der Industrie, die die Interessen der Kindern schützen solle.

Die Industrie vergebe auf Grund von Interessenkonflikten zu wenige AO-Einstufungen [diese Spiele landen meist nicht in den Händler-Regalen], so Yees Vorwurf.

Die ESRB untersucht derzeit, ob der Code zu den Minigames bereits im ausgelieferten Spiel enthalten war oder nicht. ESRB-Präsidentin Patricia Vance gab an, alles tun zu wollen, damit die System-Integrität und das Vertrauen der Eltern erhalten bleiben.

Rockstar gab gegenüber Gamespot an, dass der Code nicht enthalten war, der Mod-Herausgeber allerdings hält dagegen, dass er nur den vorhandenen Code freigeschalten hat.

Schuld und Sühne

Die GTA-Reihe war bereits einigen Vorwürfen ausgesetzt: Rockstar musste die letzte Version "Vice City", abändern, weil haitianische Bürgerrechtsgruppen dagegen geklagt hatten.

Sie störten sich an der Aufforderung im Spiel, alle Haitianer zu töten. Zudem soll das Spiel als Vorlage für den Amoklauf zweier US-Jugendlicher gedient haben.

Ähnliches war auch nach der Gewalttat in Erfurt zu hören und anlässlich des "Trenchcoat-Massakers" in Littleton, damals zu "Doom" und "Counter-Strike".

Seitdem flammt immer wieder die Diskussion um den Einfluß von Computerspielen auf die Gewalttätigkeit von Kindern und Jugendlichen auf, samt passenden Studien für die eine wie die andere Seite - meist wird dabei allerdings die Eigenverantwortung von Eltern und Erziehungsberechtigten vergessen.