08.07.2005

STADT WIEN

Neues Fördersystem für Netzkultur

Die Wiener Netzkultur-Szene kann ab 2005 über ein Ranking-System selber entscheiden, wer Gelder der Stadt Wien in der Gesamthöhe von 250.000 Euro bekommt. Insgesamt werden im neuen Fördersystem 500.000 Euro jährlich im Bereich Netzkultur vergeben werden. Laut Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny [SPÖ] handelt es sich um ein "unhierarchisches, unbürokratisches, sehr transparentes partizipatorisches System".

Im Modul "Network Grants" soll die Zusammenarbeit der Szene dadurch gestärkt werden, dass ihre Vertreter einander gegenseitig bewerten. . Die dadurch entstehende Projekt-Hitparade soll an bestimmten Stichtagen dann als Förderungs-Empfehlung gelten, hieß es. Die ersten 15 bis 20 Projekte würden dann durch einen einheitlichen Betrag gefördert werden, insgesamt werden auf diese Weise 250.000 Euro vergeben.

Weiters vergibt die Stadt Wien "Microgrants" in der Gesamthöhe von 50.000 Euro jährlich, 100.000 Euro stehen unter dem Titel "Backbone Projects" für Hardware, Artist-Residencies, Räume oder Hardware-Pools zur Verfügung und werden durch ein Expertengremium vergeben.

Faktoren nachjustieren

Bei der Präsentation wurden auch Fragen nach der Tauglichkeit eines Votingsystems aufgeworfen. Um gegenseitige Bevorteilungen oder den Einfluss von Animositäten zwischen einzelnen Gruppen hintan zu halten, soll während des Probebetriebs und auch danach die Möglichkeit bestehen, Faktoren nachzujustieren.

So könnte etwa die gegenseitige Stimmabgabe von zwei Initiativen füreinander für das Ranking weniger stark gewertet werden, oder auch gleich bleibende Abstimmungsmuster für oder gegen einzelne Initiativen über die Zeit entwertet werden.