MS will neue E-Mail-Standards erzwingen
Microsoft erhöht den Druck auf E-Mail-Provider, einen neuen Standard einzusetzen, und will per Jahresende zumindest bei seinem Mailservice Hotmail all jene blockieren, die das nicht tun.
Der MS-Standard "Sender ID" soll helfen, den E-Mail-Server des Absenders zu verifzieren. Anhand einer Datenbank wird überprüft, ob die Mail tatsächlich vom angegebenen Server kommt. Viele Spammer benutzen nämlich gefälschte Absender-Serverdaten, um die Rückverfolgung zu erschweren.
Was auf den ersten Blick wie ein lobenswertes Vorhaben aussieht, stößt bei Experten und IT-Unternehmen auf Kritik. Der Standard ist nämlich nicht von einem Expertengremium erstellt worden, sondern von Microsoft diktiert. Darüber hinaus existieren auf Teile des Standards Patente.
Standard von MS entwickelt
Es existieren durchaus auch Konkurrenzprodukte, etwa Yahoos
DomainKeys. "Wir glauben, Microsoft will die Industrie gewaltsam in
einen lückenhaften und nicht akzeptierten Standard drängen", ärgert
sich etwa Dave Rand, Cheftechnologe bei der Sicherheitsfirma Trend
Micro.
Neuer Anlauf für Microsofts Sender-IDViertel bis Drittel aller Mails bereits mit SPF
Um den Standard zu implementieren, müssen die teilnehmenden Parteien "Sender Policy Framework"-Daten [SPF] freigeben. Derzeit publiziert rund eine Million Domains SPF-Daten - nur ein Teil der insgesamt 71,4 Millionen registrierten Domains. Durch die Marktmacht von Unterstützern wie MSN und AOL beträgt der Anteil aber ein Viertel bis ein Drittel des weltweiten Mailaufkommens.
Microsoft will ab Ende des Jahres dazu übergehen, bei seinem Maildienst MSN Hotmail alle E-Mails als Spam zu markieren, deren Server sich nicht dem Sender-ID-Reglement unterwerfen.
Dieser Schritt wird von vielen mit Missgefallen beobachtet. "Microsoft hat bereits in den letzten Jahren versucht, Sender ID in die Rachen der Netz-Community zu stopfen, mit wenig Erfolg", meint Ray Everett-Church, Mitbegründer der Coalition Against Unsolicited Commercial E-Mail und Mitautor des Buches "Fighting Spam for Dummies".
Mehrheit hält Internet für unsicher
