Neuer Anlauf für Microsofts Sender-ID
Nachdem die Internet Engineering Taskforce [IETF] Microsofts Sender-ID als Standard gegen Spam-Mails eine Abfuhr erteilt hat, hat der Hersteller nun einen überarbeiteten Entwurf erneut eingereicht.
Laut Microsoft wurde bei dem neuen Entwurf auch auf die geäußerte Kritik eingegangen - vor allem die Open Source Community hatte sich daran gestoßen, dass Microsoft unter Umständen Lizenzzahlungen fordern könnte.
Unter anderem hat MS nun laut eigenen Angaben vermeintliche Ansprüche auf die Sender Permitted Form [SPF - das bereits mit MS' ursprünglichem Vorschlag CallerID verschmolzen wurde] aus dem Standardisierungsantrag explizit ausgeschlossen.
Zudem soll der neue Vorschlag nun auch abwärtskompatibel zu bereits rund 100.000 bestehenden SPF-Einträgen sein.
Sender-ID lasse nun den Providern die Wahl, ob die Datensätze in SPF, die die Mail-Adresse des Senders verifiziert, oder in PRA, bei dem der Absender anhand des Mail-Headers und seiner IP-Adresse überprüft wird, angelegt werden, so Microsoft.
Microsofts einsamer Kampf gegen SpamAOL begrüßt Vorschlag
Der US-Provider AOL, ursprünglich ein Unterstützer der Sender-ID, hat aufgrund des überarbeiteten Entwurfs nun wieder seine Mitarbeit zugesagt. Letzten Monat hatte AOL sich aus dem Vorstoß zur Standardisierung von Sender-ID zurückgezogen.
"Wir begrüßen und applaudieren Microsoft für seine Bemühungen", so AOL in einem Statement. "Die neue Spezifikation für Sender-ID beweist ohne Zweifel, dass der Standardisierungsprozess gut funktionieren kann." Es gebe jedoch noch Möglichkeiten für mehr Fortschritte und mehr Arbeit stehe noch an, so AOL weiter.
Ryan Hamlin, Chef von Microsofts Anti-spam Technology and Strategy Group, sagte weiters, dass sein Unternehmen für seine Technologie keine Lizenzen verlangen werde. Der Patentantrag solle nur sicherstellen, dass nicht jemand anders daraus Profit schlagen könne.
