IBM dominiert Supercomputer-Ranking
In Mannheim wurde am Mittwoch zum 25. Mal die Top-500-Weltrangliste der Supercomputer veröffentlicht. Der schnellste Computer der Welt ist erneut "BlueGene/L" des US-Computerriesen IBM.
Der gemeinsam mit dem US-Ministerium für Nuklearsicherheit konstruierte Supercomputer hat es bereits zum zweiten Mal in Folge auf den Spitzenplatz des Top-500-Rankings geschafft.
Mit einer Leistung von 136,8 Tera-FLOPs [Billionen Rechenschritte] in der Sekunde ist er weit über 20.000 Mal schneller als ein herkömmlicher PC.
Platz zwei der Top 500 belegt der von IBM erst kürzlich in Betrieb genommene Rechner "BlueGene Watson".
Watson mit 91,29 Tera-FLOPs
Der Supercomputer arbeitet mit seinen 91,29 Tera-FLOPs im Watson
Research Center im Bundesstaat New York, wird von IBM selbst genutzt
und steht auch Wissenschaftlern aus Industrie und Forschung zur
Verfügung.
Schnellster Supercomputer kommt von IBMEuropa auf Platz fünf
"BlueGene/Ls" Verfolger "Columbia" wurde durch IBM vom zweiten auf den dritten Platz verwiesen. Der nach dem im Jahr 2003 abgestürzten Space-Shuttle benannte Supercomputer von Silicon Graphics [SGI] steht mit 51,87 Tera-FLOPs in den Diensten der US-Weltraumbehörde NASA.
Der "Earth Simulator" des japanischen Herstellers NEC, der in Yokohama im Institut für Erdwissenschaften zur Berechnung von globalen Klimaveränderungen eingesetzt wird, rutschte nun vom dritten auf den vierten Platz ab.
Die Anlage hatte mit ihren 35,86 Tera-FLOPs vor rund drei Jahren für Aufsehen gesorgt, als sie die langjährige Vorherrschaft von US-amerikanischen Superrechnern durchbrach.
Europas schnellster Rechner wurde "Mare Nostrum", ebenfalls von IBM, der mit 27,9 Tera-FLOPs auf Platz fünf landete. Die Anlage hilft den Wissenschaftern bei der Erforschung von Genen und Proteinen, Klimaveränderungen und neuen Medikamenten.
"Mare Nostrum", der mit einem Linux-2.6-Kernel läuft, basiert laut Betreiber auf 2.268 Dual-64-Bit-Prozessoren [4.536 2,2-GHz-PPC970FX-CPUs] und verfügt über neun Terabyte an Arbeitsspeicher sowie 233 Terabyte Speicherkapazität.
Startschuss für Europas SupercomputerMehr als die Hälfte von IBM
Inzwischen dominiert IBM mit allein sechs Anlagen unter den ersten zehn schnellsten Rechnern und mit 51,8 Prozent mehr als die Hälfte der kompletten Weltrangliste.
Auch in diesem Jahr stellen die Hersteller bei den erreichten Rechenleistungen neue Superlative auf. "BlueGene/L" hat innerhalb eines halben Jahres zum Beispiel seine Kapazität fast verdoppelt.
Und NEC arbeitet bereits an einem ersten Peta-FLOP-Superrechner. Im Auftrag des japanischen Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport und Wissenschaft will das Unternehmen bis 2010 mit einem Supercomputer, der eine Billiarde Rechenschritte pro Sekunde bewältigt, zurück an die Spitze.
Den weltweit führenden Computerherstellern gilt "Top 500" aber nicht nur als Messlatte für das internationale Image. Immerhin wurden im Jahr 2003 nach Schätzungen der Weltbank rund 7,5 Milliarden Dollar für Supercomputer in den führenden Industrienationen ausgegeben.
