Schnellster Supercomputer kommt von IBM
Der schnellste Computer der Welt kommt nach mehr als zweijähriger Unterbrechung wieder aus den USA.
Auf der neuen Weltrangliste der Supercomputer hat der US-Elektronikkonzern IBM die Krone vom japanischen Konkurrenten NEC zurückerobert. Europas schnellster Superrechner landet auf der am Montag in Pittsburgh [US-Bundesstaat Pennsylvania] vorgestellten "Top 500"- Liste auf Rang vier.
Die IBM-Anlage "BlueGene/L" für die Proteinforschung ist mit 70,72 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde [Tera-FLOPs] rund doppelt so schnell wie der vormalige Spitzenreiter. NECs "Earth Simulator", der mit 35,86 Teraflops im japanischen Yokohama den Klimawandel berechnet, hatte mehr als zwei Jahre die Weltrangliste angeführt und kommt nun auf Rang drei.
NASA-Rechner auf Platz zwei
Davor platzierte sich der Rechner "Columbia" von Silicon
Graphics, der mit 51,87 Tera-FLOPs in den Diensten der
US-Weltraumbehörde NASA steht.
Die Top500-ListeStrom und Platz sparen
Bei IBM spielt man das Rennen um den schnellsten Rechner offiziell herunter. "IBM hat in der Supercomputing-Welt bereits zahlreiche Erfolge errungen - dass jetzt der erste Platz zurückerobert wurde, ist nicht so wichtig", so Dave Turek, IBMs Vizepräsident für Supercomputer. Stattdessen werden vor allem der niedrige Stromverbrauch und die kleine Größe des Rechners hervorgehoben.
Blue/L wird jährlich rund eine Million Dollar an Stromkosten verschlingen. Wenn der "Earth Simulator" ähnlich schnell wäre, würde er 60 Millionen Dollar jährlich verbraten. Das IBM-System nimmt darüber hinaus nur 225 Quadratmeter Platz ein, während der NEC-Rechner 3.060 Quadratmeter benötigt.
Europas schnellster Rechner steht in Spanien
In Europa führt mit derzeit 20,53 Teraflops der Supercomputer
"MareNostrum" an der polytechnischen Universität in Barcelona. Er
hilft, Gene, Proteine, den Klimawandel und neue Medikamente zu
erforschen. Zum Vergleich: Ein moderner PC ist mit etwa sechs
Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde rund 3.000 Mal langsamer.
Europas schnellster Rechner in Spanien"Big Mac" bleibt in Top Ten
Die als "Big Mac" oder "SuperMac" bekannte Anlage der Virginia State University in Blacksbury aus 1100 handelsüblichen Rechnern des Computerherstellers Apple wird diesmal mit einer Leistung von 12,25 Tera-FLOPs auf Platz sieben geführt.
Vor einem Jahr hatte sich die Hochschule wegen ihres geringen Etats für diese Eigenbau-Maßnahme entschieden und war prompt auf dem dritten Platz gelandet.
Nach einer Aufrüstung spielt die damals für einen "Schnäppchenpreis" von rund fünf Millionen Dollar [knapp vier Millionen Euro] erworbene Anlage weiter eine führende Rolle.
Im Jahr 2003 wurden nach Schätzungen der Weltbank rund 7,5 Milliarden US-Dollar [5,8 Milliarden Euro} für Supercomputer-Anlagen in den führenden Industrienationen ausgegeben.
