03.06.2005

BUGS

Softwarefehler behindern tägliches Leben

Ein Softwarefehler war es, der am Donnerstag die Arme der Londoner Tower Bridge stecken bleiben ließ, sodass sie einen halben Tag nicht bewegt werden konnten.

Ein Softwarefehler führt auch dazu, dass die Deutsche Bahn seit Sommer letzten Jahres überteuerte Tickets verkauft.

Bei der Bahn kann die Software nicht den günstigsten Preis für Mehrpersonentickets ermitteln, wenn Kunden für kurze Strecken ein gemeinsames Ticket nutzen und ihre BahnCards kombinieren wollen.

In "extrem seltenen Fällen" seien "maximal ein bis zwei Euro" mehr kassiert worden, so DB-Sprecher Achim Strauß. Er widersprach damit Berichten, wonach mehr als eine Million überteuerte Tickets verkauft worden sein sollen.

An Automaten, Schaltern und online

Nach internen Prüfungen geht die Bahn aber von immerhin rund 2.400 Tickets aus. Der Fehler ist nicht nur seit letztem Sommer bekannt, die Software wird auch bei Automaten, beim Online-Verkauf und an den Ticketschaltern verwendet.

Im Netz könnten Tickets in dieser Kombination aber nicht gekauft werden, an den Schaltern sollen die Mitarbeiter entsprechende Alternativen anbieten, so Stauß. Ab November gebe es eine Umstellung bei den BahnCards, dann erübrige sich das Problem.

Der Fahrgastverband Pro Bahn sprach von einem "typischen Bahnproblem", die Computersysteme seien "dringend reformbedürftig".

Das gilt offenbar auch für die Software der Tower Bridge. Diese fiel am Donnerstag zum zweiten Mal innerhalb von sechs Wochen wegen Softwareproblemen aus.

Gefährliche Software-Bugs

Zu einem echten Sicherheitsproblem wird fehlerhafte Software und Elektronik aber in Autos. Sehr zum Ärger der Autoindustrie führen Fehler in Elektronikbauteilen zunehmend zu teuren Rückrufaktionen und damit Imageproblemen.

Zuletzt musste unter anderem DaimlerChrysler wegen Problemen mit der Software des Batteriesteuergeräts Modelle der E- und CLS-Klasse zurückrufen.

BMW-Chef Helmut Panke nannte Fehler in der Autoelektronik Anfang des Jahres "inakzeptabel".

Es sei keine Entschuldigung, dass in der 7er-Reihe des Münchner Autobauers inzwischen mehr Technik stecke, als für den erste Mondflug gebraucht wurde, so der Manager in einem Interview.