Brockhaus kommt später ins Internet
Die Veröffentlichung des Nachschlagewerks Brockhaus im Netz verzögert sich. Der Brockhaus-Verlag will der Druckversion der traditionsreichen Enzyklopädie doch noch eine Chance geben.
Die traditionsreiche Enzyklopädie wird nach einem Bericht des "Mannheimer Morgens" möglicherweise doch weiter gedruckt. Es sei inzwischen "wieder wahrscheinlicher", dass es eine weitere Auflage der Lexikonreihe geben werde, sagte ein Sprecher des Brockhaus-Verlages der Zeitung.
Der Verlag hatte Mitte Februar angekündigt, die 2005 erschienene 21. Auflage der 30-bändigen Enzyklopädie werde voraussichtlich die letzte sein. Die Inhalte des berühmtesten deutschen Nachschlagewerkes sollten vom 15. April an nur noch online zur Verfügung stehen.
Online-Starttermin verschoben
Dieser Starttermin sei inzwischen auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben worden, sagte der Sprecher der Zeitung. Als Grund für die Entscheidung, der Printversion eventuell doch noch eine Chance zu geben, nannte der Verlag die zahlreichen Reaktionen auf die geplante Einstellung.
Auch der Verkauf der Brockhaus-Enzyklopädie habe im Februar und März "deutlich angezogen", berichtete der Sprecher. Zahlen wollte er jedoch nicht nennen. "Nachschlagen findet online statt, wird aber auch weiter im Buch stattfinden." Für die Internet-Ausgabe prüft das Unternehmen dem Blatt zufolge derzeit Kooperationen.
Der neue Starttermin für das Lexikon-Portal im Internet steht nach Angaben des Sprechers bisher nicht fest. "Die nächsten vier Wochen kann ich aber ganz sicher ausschließen." In dem Internet-Angebot sollen neben den erweiterten Inhalten der "Brockhaus Enzyklopädie" auch zahlreiche weitere Lexika des Verlags abrufbar sein.
Gespräche mit dem Betriebsrat
Die Gespräche zwischen Management und Betriebsrat über Einsparungen und einen Stellenabbau laufen unterdessen weiter. Der Verlag hatte angekündigt, etwa 50 Stellen am Standort Mannheim zu streichen. Die Gruppe beschäftigt deutschlandweit 450 Mitarbeiter, davon etwa 250 in Mannheim.
(APA | dpa)
