Billige Notebooks, kurzer Boom
Der weltweite Absatz von Personal Computern wird dank höherer Notebook-Umsätze im laufenden Jahr stärker steigen als bisher angenommen. Das ist die gute Nachricht.
Weniger gut ist, dass der Markt schon Anfang 2006 wieder abflauen werde, da der gegenwärtig spürbare Erneuerungschub für alte Hardware dann nachlassen dürfte. dies teilte das Marktforschungsinstitut Gartner am Freitag in Stamford mit.
Gartner rechnet nun mit einem Zuwachs von 10,2 Prozent auf 202,1 Millionen verkaufte PCs. Ursprünglich waren die Analysten von einem Anstieg um 9,9 Prozent ausgegangen. Im Jahr 2006 dürften die Lieferungen wieder im einstelligen Prozentbereich liegen. Die Notebook-Verkäufe steigen im laufenden Jahr mit 26,5 Prozent freilich sprungartig. Der Absatz von Schreibtisch-PCs wird hingegen nur um 4,6 Prozent zulegen.
Die [unausgesprochene] noch wesentlich schlechtere Nachricht ist, dass mit PCs immer weniger Geld zu verdienen ist und sich die Fertigung mittelfristig nur noch in Weltregionen abseits von Europa und den USA lohnen wird. Aus diesem Grund hatte PC-Erfinder IBM das komplette PC-Geschäft an den chinesischen Hersteller Lenovo verkauft.
IBM und Lenovo - zwei WeltenVon Dual-Core kommt kein Impuls
Mobile PCs seien für die Kunden weiterhin verlockend, weil die Preise weiter fallen und drahtloser Internetzugang häufiger verfügbar ist", sagte Gartner-Analyst George Shiffler. Eine wachsende Zahl von Nutzern ersetzten auch ihre Desktop-PCs durch mobile Rechnern. Das sei einer der Faktoren, der das Wachstum bei Notebooks beflügelt.
Von neuen wie etwa den neuen Doppelkern-Prozessoren [Dual Core] gehen nach Einschätzung der Experten in diesem Jahr keine neuen Impulse aus. Dual-Core-Prozessoren werden etwas Aufmerksamkeit erregen, aber diese würden vor allem das Interesse der kleinen Gruppen von Techies' und "Early Adopter' wecken, sagte Gartner-Analyst Mikako Kitagawa.
Viele Anwendungen wie etwa Grafik-Software, die von der neuen Chiptechnologie profitieren könnten, seien bislang noch in der Entwicklung und würden nicht vor nächstem Jahr verfügbar sein.
Das PC-Geschäft ist auch bei Wachstumsraten von zehn Prozent für immer weniger PC-Hersteller tatsächlich ein Geschäft. Für den kommenden Preiskampf ist von den westlichen Lieferanten Dell mit seinem Direktvertrieb am besten aufgestellt, die größten Zuwachsraten finden sich allerdings auf dem weltgrößten Teilmarkt China. Es ist nicht davon auszugehen, dass Lenovo dieses Heimspiel einfach aus den Händen geben wird.
China bleibt IT-Wachstumsmarkt Nummer eins
