Lenovo hat IBMs PC-Sparte in der Tasche
Der chinesische PC-Hersteller Lenovo hat am Sonntag bekannt gegeben, dass die 1,25 Mrd. Dollar schwere Übernahme von IBMs PC-Sparte nun abgeschlossen ist. Damit ist Lenovo nun der drittgrößte PC-Hersteller der Welt.
Der Deal, eine der größten Auslandsakquisitionen eines chinesischen Unternehmens bisher, soll die Umsätze der Lenovo-Gruppe vervierfachen.
"In wenigen Wochen werden wir bereits neue Produkte als die neue Firma Lenovo präsentieren", so der neue Lenovo-CEO Stephen Ward, der vorher Chef der IBM Personal Systems Group war.
Der Lenovo-Chairman Yang Yuanqing nannte die Übernahme ein "historisches Ereignis" für das Unternehmen.
Nach der Übernahme der PC-Sparte von IBM will der chinesische PC-Hersteller auch den europäischen Verbrauchermarkt erobern.
Lenovo will auch Europa erobernLenovo bleibt in Hongkong an der Börse
Das Unternehmen bestätigte nun auch die Spekulationen um eine Finanzspritze dreier privater Investmentfirmen. Texas Pacific Group, General Atlantic LLC und Newbridge Capital LLC werden eine strategische Investition in Höhe von 350 Mio. Dollar tätigen. Am 13. Mai werde es aus diesem Grund eine Aktionärsversammlung geben.
Die Lenovo-Aktien werden in Hongkong gehandelt, bisher hat das Unternehmen noch keine Absicht über ein Listing in den USA geäußert.
Die Lenovo-Gruppe ist partiell im Besitz der chinesischen Regierung und wurde 1984 gegründet. Nachdem das Unternehmen anfangs vor allem im Vertrieb für PC-Equipment von IBM und anderen Herstellern tätig war, startete 1990 der Verkauf von PCs unter eigenem Namen.
Gefahr für die nationale Sicherheit
Nachdem Bedenken über eine Gefährdung der nationalen Sicherheit
durch die Übernahme aus dem Weg geräumt werden konnten, machte die
Kommission für Auslandsinvestitionen in den Vereinigten Staaten
[Committee on Foreign Investment in the U. S.] den Weg für den
Verkauf der PC-Sparte frei.
Lenovo darf IBMs PC-Sparte übernehmenIBM setzt auf Dienstleistung
IBM will sich künftig verstärkt auf die Sparten Software und Consulting konzentrieren und setzt in der Herstellung immer mehr auf Outsourcing.
Der Verkauf der PC-Sparte an Lenovo soll die Produktionskosten senken, aber auch neues Leben in das PC-Geschäft, das ohnehin nur einen kleinen Teil der Umsätze und Gewinne von IBM ausgemacht hat, bringen.
2004 hatte IBM laut dem Marktforschungsinstitut Gartner mit 6,8 Millionen verkauften Einheiten etwa fünf Prozent Anteil am weltweiten PC-Markt. Lenovo war in diesem Ranking, das von Dell und Hewlett-Packard angeführt wurde, bereits an fünfter Stelle.
