26.04.2005

BESCHLEUNIGT

Umstrukturierung der Deutschen Telekom

Die überfällige Umstrukturierung der Deutschen Telekom [DT], die durch die protektionistische Politik der deutschen Bundesregierung nur hinausgezögert werden konnte, wird offenbar radikaler ausfallen, als bisher angenommen.

Auf der Hauptversammlung in Hannover hat Vorstandschef Kai-Uwe Ricke die Aktionäre der Deutschen Telekom auf den Umbau des Konzerns eingestimmt. "Die Aktie steht aktuell bei etwa 15,40 Euro. Das kann uns nicht zufrieden stellen", sagte Ricke "Wir wollen höhere Kursstände sehen."

Den Abbau von Arbeitsplätzen verteidigte Ricke mit dem Argument, dass die Integration von Telekommunikation und Informationstechnologie in der Branche immer stärker zum Wegfall von Schnittstellen führe.

Die Heimkehr der Internet-Tochter

Dabei versuche die Telekom, den Stellenabbau sozialverträglich umzusetzen. "Ich bekenne mich hier nochmals ausdrücklich zum Prinzip der Sozialverträglichkeit. Eigentum verpflichtet", sagte Ricke. Für die Deutsche Telekom AG werde es in diesem Jahr aber keinen weiteren Stellenabbau geben, versprach er.

Mit der Konzentration auf die drei Geschäftsfelder Breitband/Festnetz, Geschäftskunden und Mobilfunk habe die Telekom eine Voraussetzung geschaffen, um ihre Marktpositionen zu halten und auszubauen. Die angestrebte Verschmelzung der Internettochter T-Online auf die Deutsche Telekom sei Kern der strategischen Neuausrichtung.

Mit ersten Resultaten der Neuausrichtung des Konzerns rechnet Ricke im laufenden Jahr. "Der volle Effekt wird jedoch dann erst im Jahr 2006 sichtbar werden", fügte er hinzu.

Die Aktionäre von T-Online müssen in dieser Woche über die Wiedereingliederung der Internet-Tochter in den Mutterkonzern abstimmen. Es liegen zahlreiche Gegenanträge von Anteilseignern vor, die die Höhe der angebotenen Abfindung als zu niedrig kritisieren. Aktionärsschützer erwägen eine Anfechtungsklage.