Associated Press will Geld von Google
Die US-Nachrichtenagentur Associated Press [AP] wird ab Jänner 2006 für die Veröffentlichung ihrer Nachrichten im Internet zusätzliche Gebühren verlangen. Das teilte die Agentur in einer Aussendung mit.
Bisher hat AP von Medienunternehmen wie Zeitungen und TV-Sendern für die Veröffentlichung im Internet keine zusätzliche Gebühr verlangt. Im Gegenzug dazu soll die jährliche Gebührensteigerung temporär gesenkt werden.
Der Schritt kann wohl auch als eine Strategie gegen so genannte Online-Aggregatoren gesehen werden: Unternehmen wie Google News, die Meldungen anderer Online-Medien "übernehmen", ohne dafür Lizenzgebühr zu bezahlen.
Die französische Agence France Press hat Google deshalb geklagt. Auch AP verhandelt laut eigenen Angaben mit Google über Gebühren.
Reine Online-Newsanbieter wie Yahoo, AOL und MSN, die schon jetzt Lizenzgebühren an AP zahlen, haben keine Zusatzkosten zu befürchten.
Aus Sicht der Agenturen ist das Modell von Yahoo vorzuziehen. Dabei übernimmt Yahoo die Agenturinhalte in vollem Umfang gegen Gebühren, während Google durch Verlinkung von Headlines mit den AP-News auf den verschiedensten Websites verlinkt.
News im Netz gefragt und umkämpftGeänderte Situation
Printmedien, TV- und Radiosender, die AP-Kunden sind, können seit 1995 Meldungen ohne Zusatzkosten auch im Netz veröffentlichen.
"Die Philosphie von AP war es, die Bemühungen zum Aufbau des neuen Mediums zu unterstützen und dem Küken Zeit zum Wachsen zu geben", sagte AP-Chairman Burl Osborne.
Das Internet sei mittlerweile ein etabliertes Medium und die Websites der Medienunternehmen profitabel. Die Idee sei nun, auf die Online-Veröffentlichung ein anderes System anzuwenden als beispielsweise auf Tageszeitungen, wo die Auflage entscheidend sei.
Das genaue Preismodell wird mit den Zeitungen, Radio- und TV-Sendern diskutiert und bis Herbst beschlossen.
