09.04.2005

USA

Spammer zu neun Jahren Haft verurteilt

Bei seiner Verhaftung gehörte Jeremy Jaynes zu den aktivsten Spammern weltweit.

Unter dem Pseudonym "Gaven Stubberfield" ließ er täglich eine Lawine von mindestens zehn Millionen Werbe-E-Mails auf die weltweiten Mailboxen los.

Der Spammer legte Berufung ein, die Haftstrafe wird bis dahin ausgesetzt und der 31-Jährige ist gegen eine Kaution von einer Million Dollar auf freiem Fuß.

"Arbeite nie mehr im E-Mail-Marketing"

Staatsanwältin Lisa Hicks-Thomas zeigte sich zufrieden mit dem Urteil, ursprünglich wollte die Anklage Jaynes noch zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verdonnern.

Für Verteidiger David Oblon sind neun Jahre Haft hingegen viel zu lange. Er ist sich sicher, den Fall in der Berufung noch einmal umkrempeln zu können.

"Es gibt keine Zweifel, dass wir im Berufungsprozeß gewinnen," so Oblon. "Dennoch sind wir über die aktuelle Entscheidung sehr enttäuscht."

Eines ist zumindest klar: Der 31-Jährige Spammer versicherte, egal wie der Berufungsprozess ausgehe, "ich garantiere dem Gericht, dass ich nie wieder ins E-Mail-Marketing-Geschäft einsteigen werde."

750.000 Dollar Umsatz pro Monat

Durch das Bewerben und den Verkauf wertloser Produkte soll Jaynes einen Umsatz von 750.000 Dollar pro Monat erzielt haben.

So wurde eine "FedEx Refund Processor"-Software angeboten, die zu einem mühelosen Einkommen von 75 Dollar pro Stunde verhelfen sollte. Nicht weniger als 10.000 Personen kauften die Software per Kreditkarte für 39,99 Dollar.

Auch eine Software, welche die Browser-History löscht, wurde teuer verkauft. Zu Spitzenzeiten benötigte Jaynes 16 Breitband-Internetleitungen.