06.04.2005

CYBERBETRUG

Dialer-Gang ergaunert 20 Millionen Euro

In Deutschland zeichnet sich bei den Ermittlungen zum bundesweit bisher größten Fall von Dialer-Betrug eine gewaltige Zahl von Geschädigten ab. Betroffen sind davon nicht nur Internet-Nutzer aus Deutschland, sondern auch aus Österreich und der Schweiz.

Mehr als 50.000 Betroffene mussten oft horrende Rechnungen zahlen, bestätigte ein Osnabrücker Staatsanwalt einen Bericht des "Westfalen-Blattes" vom Mittwoch. Der geschätzte Schaden liegt bei 20 Millionen Euro.

Den Verdächtigen, die unter den Namen "Liquid Inc." und "DYI Media Inc." in den USA firmierten, wird vorgeworfen, manipulierte Einwahlen mittels teilweise selbst löschenden Dialern [bekannt unter den Namen "TEENXXX" und "QDIAL11"] verursacht zu haben.

Im Schnitt 150 Euro Schaden

Die Osnabrücker Staatsanwaltschaft hatte nach ersten Anzeigen das bundesweite Sammelverfahren übernommen, sagte der Ankläger.

Da allein für eine der 20 gebührenpflichtigen Nummern 850.000 Telefondaten gefunden wurden, sei wahrscheinlich sogar eine Zahl von mehr als 100.000 Geschädigten anzunehmen. Erfahrungsgemäß würden Opfer erst bei höheren Beträgen Anzeige erstatten.

Bisher gingen erst rund 200 Anzeigen ein. Der Schaden liege im Schnitt bei 150 Euro, habe sich aber in Einzelfällen auch auf 1.000 Euro summiert, hieß es.

Der Dialer kassierte entweder 1,86 Euro pro Minute oder eine Art Grundgebühr von 45 Euro plus 95 Cent pro Minute.

"Ein Vergleich mit alten Telefonrechnungen kann sich lohnen. Viele wissen vermutlich noch nicht, dass sie Opfer geworden sind."

Die drei Hauptverdächtigen kommen aus Paderborn, Düsseldorf und Meerbusch und sollen von Anfang 2002 bis August 2003 tätig gewesen sein.