Wettlauf um nächste Chipgeneration
Die Erzrivalen Intel und AMD [Advanced Micro Devices] bringen demnächst eine neue Prozessor-Generation auf den Markt.
Erstmals seit langer Zeit warten die Hersteller mit einer wirklichen Neuerung auf: künftig sollen mehrere Prozessoren in einen einzigen Chip verpackt werden.
Hintergrund ist das langsame Wachstum der Taktfrequenz - die Technologien für einzelne Chips sind vorerst ausgereizt. Bei mehr als drei bis vier Gigahertz Taktfrequenz steigt die Verlustleistung rasant, sodass eine weitere Erhöhung wenig sinnvoll erscheint.
Kampf um Marktanteile
Im ersten Schritt sollen somit zwei Prozessoren in einen einzigen
Chip gepresst werden. Für Intel besteht hiermit die Chance, nach
einem holpigren Jahr wieder auf die Gewinnerstraße zu fahren, und
AMD könnte es schaffen, Intel mehr Marktanteile wegzunehmen.
Dual-Core-Chips für den Desktop in SichtAMD als ewiger Zweiter
Immer noch sind die Rollen klar verteilt: Intel ist haushoher Marktführer [Marktanteil 81,5 Prozent], AMD ewiger Zweiter [15,7 Prozent]. "Es ist wie Coke und Pepsi", fasst Apjit Walia, Analyst bei RBC Capital Markets, zusammen. "Es hat weniger mit dem Geschmack zu tun, mehr mit Branding und Ausführung."
Beide Unternehmen werden ihre neuen Multi-Core-Chips ungefähr zur gleichen Zeit ausliefern, wobei AMD einen kleinen Startvorteil haben dürfte. Intel will die ersten Chips - den Pentium D und die dazugehörige Extreme Edition - im Juni auf den Markt bringen. AMD hat zumindest durchblicken lassen, am 21. April "wichtige News" bekannt zu geben.
Einige Review-Sites haben den Pentium D bereits getestet. Tom's Hardware etwa ist begeistert und kann bei bestimmten Anwendungen deutliche Performance-Steigerungen feststellen. Für den neuen Chip ist jedoch auch ein neues Motherboard nötig.
Der Test im DetailUnterschiedliche Geschäftsfelder
Intel vermarktet seine Dual-Core-Chips vorerst im Desktop-Bereich, während AMD den Server-Markt in Angriff nimmt. Welchen Chip der Markt schließlich akzeptiert, wird sich weisen.
