Ein "Plug-in" für den Toyota Prius
Begonnen hat alles mit einem geheimnisvollen Knopf ohne ausgewiesene Funktion, auf den US-Besitzer des Hybridautos Toyota Prius aufmerksam wurden. Der Knopf ermöglicht es Prius-Fahrern in Europa und Japan, eine Meile ausschließlich mit Elektroantrieb zu fahren. In den USA wurde diese Funktion auf Grund von Problemen bei Tests jedoch ausgehebelt.
Zwei Autobastler fanden das heraus und hackten die Funktion mit Hilfe einiger Mechaniker und Reverse Engineering. Eine Meile war ihnen jedoch schon bald zu wenig und so fügten sie in Kooperation mit CalCars [Californian Cars Initiative] neue Batterien hinzu, die längere Betriebszeiten ermöglichten.
Mit der Online-Hilfe mehrerer freiwilliger Ingenieure brachten die Auto-Hacker ihren Prius soweit, dass er zehn Meilen ausschließlich mit Elektroantrieb zurücklegen kann. Eine beliebige Steckdose genügt, um den Prius wieder aufzuladen.
Hybrid-Autos verfügen neben einem Benzin- auch über einen Elektromotor. Vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten wird der Motor vom Elektroantrieb unterstützt. Auf diesem Weg sollen Benzin gespart und die Abgase verringert werden.
Hybrid-Autos auf dem VormarschHersteller nicht begeistert
Diese Tatsache macht Toyota und andere Hersteller von Hybrid-Fahrzeugen gar nicht glücklich. Schließlich haben sie viel Zeit und Geld investiert, um die Kunden zu überzeugen, dass Hybride wie normale Autos funktionieren und eben nicht erst stundenlang aufgeladen werden müssen, bevor sie fahrbereit sind.
Dennoch käme es vielen Autofahrern gelegen, wenn ihr Hybrid-Wagen die Möglichkeit hätte, auch längere Strecken ausschließlich mit Elektroantrieb zu fahren. Der Benzinverbrauch könnte dadurch weiter gesenkt werden.
Laut den Hackern kostet das Modding zwischen 2.000 und 3.000 Dollar. Die Plug-In-Verfechter sind sich jedoch einig, dass es um einiges billiger wäre, wenn die Auto-Hersteller die Funktion serienmäßig integrieren würden.
Sowohl Toyota als auch DaimlerChrysler zieren sich jedoch und geben zu Bedenken, dass die zusätzlichen Batterien das Auto um mehrere Hundert Kilo schwerer machen und eine zu kurze Lebensdauer haben.
DaimlerChrysler hat in einer Kooperation mit dem Electric Power Research Institute bereits einige Plug-In Hybrid-Vans hergestellt und will diese noch in diesem Jahr ausführlichen Tests unterziehen.
Toshiba baut Chips für Toyotas HybrideUmweltschützer uneins
Obwohl sich einige Umweltschützer für die Einführung von Plug-In-Hybriden aussprechen, werden auch kritische Stimmen laut. Was die Emission betrifft seien Elektro-Autos auch nur so gut wie die Kraftwerke, die den Strom liefern.
Fast 60 Prozent der US-Energie wird durch Kohleverbrennung hergestellt, die noch schädlicher ist als Benzin. Lediglich in Regionen wie Austin oder Kalifornien, wo alternative Energiegewinnung unterstützt wird, könnten von einer Zunahme der Elektro-Antriebe profitieren.
CalCars - Details zum Hack
