Erster Schritt zu Breitband über Satellit
Der Inmarsat 4-F1, in der Größe eines Londoner Doppeldeckerbusses und mit einem Gewicht von rund sechs Tonnen, wird als der bisher größte kommerzielle Satellit bezeichnet. Gebaut wurde er von EADS Astrium.
Der Satellit wird nun einigen Tests unterzogen, bevor er in einer Höhe von rund 36.000 Kilometer über den indischen Ozean [64 Grad Ost] Europa, Afrika, den Mittleren Osten, Indien sowie große Teile von West-Australien und den indischen Ozean abdecken wird.
Der zweite Satellit soll im dritten Quartal 2005 über dem Atlantischen Ozean [53 Grad West] platziert werden und von dort den amerikanischen Kontinent sowie Teile des Pazifischen Ozeans versorgen. Zusammen sollen sie bereits 85 Prozent der weltweiten Landfläche abdecken.
Um ihn auf seine Umlaufbahn zu bringen, musste International Launch Services eine verlängerte Version seiner Atlas-5 Rakete auf den Weg schicken. Das gesamte Programm soll rund 1,5 Milliarden USD kosten.
International Launch ServicesSatelliten-Breitband mit 432 KBit/s
Sobald beide Satelliten voll funktionstüchtig sind, voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres, will Inmarsat sein neues Broadband Global Area Network [BGAN] starten. Der dritte Satellit wurde als Reserve eingeplant und wäre 2006 an der Reihe.
Das IP-basierte und 3G-kompatible BGAN soll dann Sprachtelefonie sowie eine Reihe von Breitband-Services mit einer Geschwindigkeit von bis zu 432 KBit/s liefern. Als hauptsächliche Kundschaft werden dafür Regierungen, das Militär sowie Hilfs- und Nachrichtenorganisationen erwartet.
Um BGAN nutzen zu können bedarf es eines eigenen IP-Modems in der Größe eines Notebooks, das auf den Satelliten ausgerichtet werden muss. Während das Gerät inklusive Software für die Verbindungen zwischen 500 und 1.000 Dollar kosten soll, muss die Nutzungszeit extra bezahlt werden.
Inmarsat stellt derzeit mit neun Satelliten eine Kapazität zwischen 56 und 128 KBit pro Sekunden zur Verfügung und ist Teil eines Bieterkonsortiums für das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo.
Keine Entscheidung über Galileo-Zuschlag
