Per Fingerabdruck im Supermarkt zahlen
Einkaufen per Fingerabdruck - ohne Bargeld und Kreditkarte: Dieses Verfahren erprobt der deutsche Einzelhandelsriese Edeka derzeit in Rülzheim in der Südpfalz.
Edeka sei damit einer der weltweit ersten Lebensmittelhändler, der auf dieses neue Bezahlsystem setze, teilte das Unternehmen bei der Vorstellung am Freitag mit. Dabei muss der Kunde nach dem Einkauf an der Kasse seinen Finger auf einen Scanner legen, um die Rechnung zu bestätigen und die Waren zu erhalten. Edeka zieht den Rechnungsbetrag dann bei seiner Bank ein.
Verbraucherschützer bewerteten das Verfahren als "kritisch".
Erfinder wollen Bedenken ausräumen
Das von der Firma it-werke in Lahr entwickelte System sieht laut
Edeka vor, dass zunächst ein Muster des Fingerabdrucks gespeichert
wird. "Das Verfahren ist aus datenschutzrechtlicher Sicht völlig
unproblematisch", sagte der Erfinder des Systems, Ulrich Kipper. Der
Originalfingerabdruck könne dabei nicht reproduziert werden.
Seattle: Mit dem Fingerabdruck bezahlenAbbuchungsauftrag vom Konto
Zusätzlich ermächtigt der Kunde Edeka Südwest zur Abbuchung offener Forderungen von seinem Girokonto. Wenn der Test positiv verlaufe, werde Edeka Südwest das Verfahren seinen selbstständigen Kaufleuten zur Abstimmung vorlegen, sagte Edeka-Sprecher Gert Duschan.
Grundsätzlich sehe man solche biometrischen Verfahren positiv, sagte der Referent für Telekommunikation beim Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände, Michael Bobrowski. Weil es dabei aber um sensible Daten gehe, müsse der Einsatz gesetzlich geregelt werden.
