Keine Gericom-Notebooks mehr aus Linz
Die Produktion des börsenotierten Linzer Notebookherstellers Gericom in der oberösterreichischen Landeshauptstadt soll geschlossen werden.
Das berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten" [OÖN] in ihrer Mittwoch-Ausgabe. Noch im ersten Quartal würden dadurch 35 Mitarbeiter abgebaut, das Unternehmen verlege sich vorwiegend auf den Verkauf von Flachbildschirmen.
Nach einem Nettoverlust von 17,2 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2003 werde Gericom am 31. März anders als angekündigt ein "leicht negatives" Ergebnis 2004 vorlegen, wird Vorstand Patrick Prügger zitiert.
Elektronikhersteller steigt ein
Das Unternehmen steige völlig aus der Endfertigung von
Elektronikgeräten aus und hole sich noch im Februar einen großen
chinesischen Elektronikhersteller als Partner, der sich
mittelfristig auch am Aktienkapital beteiligen soll. Damit werde das
Unternehmen zum "Vertriebsarm" einer asiatischen Firma und sei
künftig nur für Verkauf, Controlling und Ersatzteilbeschaffung
verantwortlich.
Positive Zahlen für GericomBei den Mitarbeitern würden in diesem Jahr weitere Einschnitte folgen. Man versuche allerdings, erklärte Prügger, einige Beschäftigte anderweitig unterzubringen. Derzeit beschäftige Gericom 220 Mitarbeiter.
Die Umorientierung passiere nicht zuletzt deshalb, weil der jüngste Miteigentümer, die Cross Holding - die an der Wiener Börse notierte Beteiligungsgesellschaft der KTM-Vorstände Stefan Pierer und Rudolf Knünz - "ordentlich Druck" mache, so die OÖN.
"Wir würden in der Form wie jetzt keine zwei bis drei Jahre mehr überleben. Wir wären mit Sicherheit untergegangen", wird Prügger zitiert. Aktuell mache der "heftig umkämpfte" Notebook-Bereich noch 62 Prozent des Umsatzes aus. Der Rest, das Geschäft mit Flachbildschirmen, Fernsehern und Zubehör, soll stark ausgeweitet werden.
Laptop-Sparte bleibt aus taktischen Gründen
Ganz aufgeben wolle das Unternehmen die Laptops aber aus
taktischen Gründen nicht, denn bald würden Plasma-Fernseher mit
Festplatte und DVD-Laufwerk ausgestattet sein. Gericom will das
Know-how nicht verlieren. Reparaturen würden künftig ausschließlich
über Partner vor Ort abgewickelt.
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