China ist "Piraterie-Hochburg"
Immer mehr gefälschte Markenprodukte gelangen in die Europäische Union. Nach einer aktuellen Statistik wurden im Jahr 2003 fast 100 Millionen solcher Artikel in der EU beschlagnahmt gegenüber 85 Millionen im Jahr zuvor.
"Das ist aber nur die Spitze des Eisberges", warnte der für Zollangelegenheiten zuständige EU-Kommissar Laszlo Kovacs. Die Dunkelziffer aller illegal nachgemachten Produkte in der Union liegt bei 400 Millionen.
Besonders beliebt bei den Produktpiraten sind neben Kinderspielzeug und Medikamenten auch DVDs und Software. Auch Mobiltelefone und Druckerpatronen werden gerne gefälscht.
60 Prozent der Piraterie-Produkte kommen aus China, mit dem die EU kürzlich ein Zollkooperationsabkommen geschlossen hat. An zweiter Stelle der Ursprungsländer rangiert Hongkong mit sechs Prozent, dahinter folgen Malaysia und Taiwan.
China kämpft gegen RaubkopienSogar Tankstelle wurde imitiert
Das Geschäft mit DVD-Raubkopien bringe schon "mehr Gewinne ein als der Drogenhandel", beklagte der EU-Kommissar.
Die Produktfälschungen sind selbst für Experten immer schwieriger von den Originalen zu unterscheiden. Das zeige, dass Fälschungen von Markenprodukten mittlerweile im "industriellen Rahmen" hergestellt würden und die Fälscher über das nötige Fachwissen, Geld und Technik verfügten, sagte Kovacs.
Sogar einer gefälschten BP-Tankstelle kamen die EU-Zollfahnder im vergangenen Jahr auf die Spur.
Starker Anstieg in Österreich
Wie aus den Statistiken der EU-Kommission hervorgeht, zählt
Österreich zu den Ländern mit dem stärksten Anstieg an
beschlagnahmten Raubkopien. 2003 wurden um 41 Prozent mehr
gefälschte Waren in Österreich sichergestellt als im Jahr zuvor.
Die Piraterie-Studie der EU-Kommission
