08.02.2005

EU-KOMMISSION

China ist "Piraterie-Hochburg"

Immer mehr gefälschte Markenprodukte gelangen in die Europäische Union. Nach einer aktuellen Statistik wurden im Jahr 2003 fast 100 Millionen solcher Artikel in der EU beschlagnahmt gegenüber 85 Millionen im Jahr zuvor.

"Das ist aber nur die Spitze des Eisberges", warnte der für Zollangelegenheiten zuständige EU-Kommissar Laszlo Kovacs. Die Dunkelziffer aller illegal nachgemachten Produkte in der Union liegt bei 400 Millionen.

Besonders beliebt bei den Produktpiraten sind neben Kinderspielzeug und Medikamenten auch DVDs und Software. Auch Mobiltelefone und Druckerpatronen werden gerne gefälscht.

Sogar Tankstelle wurde imitiert

Das Geschäft mit DVD-Raubkopien bringe schon "mehr Gewinne ein als der Drogenhandel", beklagte der EU-Kommissar.

Die Produktfälschungen sind selbst für Experten immer schwieriger von den Originalen zu unterscheiden. Das zeige, dass Fälschungen von Markenprodukten mittlerweile im "industriellen Rahmen" hergestellt würden und die Fälscher über das nötige Fachwissen, Geld und Technik verfügten, sagte Kovacs.

Sogar einer gefälschten BP-Tankstelle kamen die EU-Zollfahnder im vergangenen Jahr auf die Spur.